Seehundforscher feiern Rekordzahlen

Seehundbestände haben sich erholt und stabilisiert

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Nach zwei Seuchenzügen haben sich die Seehundbestände wieder prächtig erholt und stabilisiert

Wilhelmshaven - Ein Massensterben von Meeressäugern in der Nordsee war der traurige Anlass: 1990 vereinbarten Deutschland, die Niederlande und Dänemark ein Abkommen zum Schutz der Seehunde im Wattenmeer.

25 Jahre später wird gefeiert: Nach zwei Seuchenzügen haben sich die Seehundbestände wieder prächtig erholt und stabilisiert, sie erreichen neue Rekordzahlen. Das belegen auch die Zahlen, die Forscher seit 1975 über die Tiere gesammelt haben.

„Diese Datenlage ist weltweit einmalig“, sagte die Wildtierforscherin Ursula Siebert von der Tierärztlichen Hochschule Hannover in Wilhelmshaven. Dort feierten Naturschützer am Donnerstag das 25. Jubiläum des Abkommens. Es war die erste Vereinbarung der internationalen Bonner Konvention, in der sich die Vertragsstaaten in den 80er Jahren zur Erhaltung wildlebender Tierarten verpflichtet haben.

Bei zwei Ausbrüchen der Seehundstaupe waren die Meeressäuger an den nordwesteuropäischen Küsten massenhaft verendet. 1988 wurden an Nord- und Ostsee rund 18 000 tote Tiere registriert, 2002 waren es rund 21 700 Totfunde. Das Virus hatte sich an den Liegeplätzen der Seehunde schnell verbreitet. Die genaue Herkunft ist unklar. Eine Theorie geht von einer Einschleppung durch arktische Robben aus.

In diesem Jahr wurden allein in Niedersachsen bei Seehund-Zählflügen 9255 Tiere gesichtet, das sind etwas weniger als im Rekordjahr 2014 (9343 Seehunde). Im deutschen, niederländischen und dänischen Gebiet wird die Gesamtzahl auf rund 26 000 geschätzt. Um das Jahr 1900 soll der Bestand zwischen 20 000 und 40 000 Tiere umfasst haben. Durch die inzwischen verbotene Jagd waren die Zahlen zeitweise auf 10 000 Tiere zurückgegangen.

dpa

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