Ausbau der A7

Auf sechs Spuren quer durch den Norden

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Baustelle auf der Bundesautobahn 7

Der Ausbau der A7 läuft seit Jahren, jetzt kommt das Ende in Sicht. In der Lüneburger Heide und in Südniedersachsen sollen letzte Abschnitte sechsspurig werden. Pfusch am Bau wird wohl zu neuen Baustellen führen.

Auf der stark genutzten Verkehrsader des Nordens, der Autobahn 7, gibt es Aussicht auf eine durchgängige Fahrt auf sechs Spuren von Hamburg quer durch Niedersachsen Richtung Süden. Für die letzte große Ausbaulücke in der Lüneburger Heide zwischen Soltau und Walsrode liegt seit wenigen Wochen das Baurecht zur Erweiterung auf drei Fahrbahnen je Richtung vor, teilte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover mit. Jetzt hängt es nur noch vom Bund ab, wann das Geld fließt und die Bagger anrollen.

In Südniedersachsen gibt es unterdessen noch zwei Stolpersteine, damit auch dort die laufende Erweiterung auf sechs Spuren abgeschlossen werden kann. Für den Ausbau zwischen Seesen und Nörten-Hardenberg läuft derzeit das Vergabeverfahren. Bis zum Herbst kommenden Jahres soll feststehen, ob dort ein privater Investor zum Zuge kommt, worum es viel Streit gegeben hatte, oder ob die Arbeiten in staatlicher Hand bleiben, wie das Verkehrsministerium in Hannover mitteilte.

Pfusch am Bau wird voraussichtlich wohl auch dafür sorgen, dass auf einem bereits ausgebauten Abschnitt der Asphalt erneut aufgebrochen und erneuert werden muss. Im März dieses Jahres hatte die Straßenbaubehörde Strafanzeige erstattet, weil Teile der A7 südlich von Hildesheim nach dem Ausbau mit krebserregenden Asphaltresten belastet sind. Die Ermittlungen werden mindestens noch bis zum Frühjahr 2016 dauern, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hildesheim.

Das Verkehrsministerium wirft den Straßenbaufirmen vor, zwischen Bockenem und dem Salzgitter-Dreieck auf zwölf Kilometern Länge Bestandteile des alten Straßenbelags nicht entsorgt sondern wiederverwendet zu haben. Dies habe dazu geführt, dass Mittel- und Seitenstreifen voll von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) sind. Derzeit wird an einem Sanierungskonzept gearbeitet, an einer Erneuerung der Fahrspuren mit einer für die Autofahrer nervigen Baustelle führt nach jetzigem Stand wohl kein Weg vorbei. Die Kosten dafür werden nach Schätzung des Verkehrsministeriums im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Die Ermittlungen seien auch wegen der Größe der Baustelle sehr aufwendig, sagte der Sprecher der Hildesheimer Staatsanwaltschaft, Christian Gottfriedsen. Ein Gutachten, das klären soll, wie es zu der Schadstoffbelastung kam und wer dafür verantwortlich ist, werde erst in einigen Monaten fertiggestellt sein. Das Verkehrsministerium hatte zudem angekündigt, das untersucht werden soll, ob die PAK sich möglicherweise in der Umwelt verbreiten.

Im Zusammenhang mit dem Ermittlungsverfahren sei die Staatsanwaltschaft rund zwei Dutzend weiteren, kleineren Delikten auf die Spur gekommen, sagte Gottfriedsen. Belastetes Recycling-Material sei von der Autobahnbaustelle zu rund zwei Dutzend kleineren Baustellen von Privatleuten oder Firmen gebracht worden. „Das Material wurde dabei zum Teil unter der Hand verkauft“, sagte Gottfriedsen. Die Staatsanwaltschaft sei momentan dabei, die Fälle strafrechtlich zu bewerten. Die Verfahren richteten sich sowohl gegen Personen, die das Material geliefert, als auch gegen solche, die es bei sich zum Beispiel in Garageneinfahrten oder auf Betriebshöfen verbaut haben sollen.

Von Matthias Brunnert und Michael Evers, dpa

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