Sechseinhalb Jahre Haft für Attacke mit Holzhammer

Hildesheim - Für seine Attacke mit einem Holzhammer ist ein 54-Jähriger am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt worden.

Das Landgericht Hildesheim sprach den Mann des versuchten Mordes schuldig. Er war nach einem Streit mit einem Arbeitskollegen in einem Lokal in Hildesheim extra nach Hause gegangen, um den Hammer zu holen. Vor dem Lokal schlug er dann mit voller Wucht gegen den Kopf des 42-Jährigen. Dieser erlitt lebensbedrohliche Verletzungen. Der Wirt verhinderte einen weiteren Übergriff. Der Angeklagte hatte behauptet, er habe nur eine verlorene Kette holen wollen und Angst vor dem Kollegen gehabt, der plötzlich mit hasserfülltem Blick aus dem Lokal gekommen sei.

Der Vorsitzende Richter Ulrich Pohl bezeichnete diese Aussage des Angeklagten als „abstruse, abwegige Geschichte, die niemand glaubt.“ Denn erst, als die Polizei ihn bei der Festnahme durchsucht hatte, war dem Mann der Verlust seiner Kette aufgefallen. Nach Auffassung der Kammer hatte sich der Angeklagte entschlossen, bewaffnet zur Gaststätte zurückzukehren, um den Arbeitskollegen abzustrafen. Dieser hatte ihn nämlich zuvor an der Theke am Kragen gepackt, weil er genervt war. Denn der 54-Jährige wollte zwischen dem späteren Opfer und dessen Exfreundin, die sich ebenfalls in dem Restaurant befand, vermitteln. Das wollten die beiden aber nicht.

Als der Angeklagte nach der Rangelei von zu Hause zum Lokal zurückkehrte, verbarg er den Hammer hinter seinem Rücken. Er gab seinem Kollegen Zeichen, dass dieser rauskommen solle. „Das Opfer rechnete keinesfalls mit einem Angriff“, betonte der Vorsitzende Richter. Der Hammerschlag traf den 42-Jährigen mit voller Wucht am Kopf, er erlitt unter anderem einen doppelten Kieferbruch.

Der alkoholabhängige Angeklagte soll zunächst in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden. Der Alkohol habe für die Tat aber keine Relevanz gehabt, betonte Pohl. Die Richter blieben mit ihrem Urteil knapp unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die sieben Jahre Freiheitsstrafe gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf eine Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung plädiert.

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