Corona in Niedersachsen

Freibad-Saison 2021 ungewiss: Wann kann man schwimmen gehen?

Wie steht es um die Badesaison in der Coronakrise? Schwimmer und Betreiber warten sehnsüchtig. So ist die Lage in Niedersachsen.

Hannover - In Niedersachsen bereiten sich die Betreiberinnen und Betreiber der Freibäder auf eine neue Badesaison vor. Doch niemand könne derzeit sagen, wann sie überhaupt beginnen wird. In vielen Bädern wie dem Rololulu in Rotenburg wird normalerweise am 1. Mai angebadet, anderorts auch erst Anfang Juni. Eine Öffnung im zweiten Corona-Frühjahr ist bisher jedoch noch nicht vorgesehen.

Oft wurden die Bäder renoviert, anderenorts werden die Bäder geputzt, damit der Saisonstart zum Erfolg wird, sobald er erfolgen kann. „Die Bäder sind instandgesetzt worden“, sagte ein Sprecher der Stadt Hannover. „Wir könnten binnen kurzer Frist öffnen.“ Derzeit dürften nur Leistungssportler in einigen Hallenbädern trainieren. In den Freibädern sind die Becken nach dem Winter geputzt und ausgebessert worden. Wasser kommt aber noch nicht hinein – so sieht es zum Beispiel im Kleefelder Bad – Annabad in Hannover aus. Es wird vom Polizeisportverein der Landeshauptstadt betrieben.

Die Mitarbeiter der Frei- und Schwimmbäder in Niedersachsen bereiten sich auf eine mögliche Badesaison vor.

Niedrigere Inzidenz für Freibad-Öffnung nötig

Rechtlich tut sich einstweilen nichts. „Für den Publikumsverkehr und Besuche sind geschlossen (...) Saunen, Thermen, Schwimm- und Spaßbäder, Solarien, Fitnessstudios (...)„ - das steht in Paragraf 10.1.8 der niedersächsischen Corona-Verordnung. Der Stufenplan 2.0 der Landesregierung vom Februar hatte in Aussicht gestellt, Freibäder mit Hygienekonzept zu öffnen, wenn die Infektionsrate stabil zwischen 25 und 50 Fällen auf 100.000 Menschen in einer Woche liegt. Solche Werte gibt es derzeit nur in Ostfriesland.

Der Stufenplan sei eine „rechtlich unverbindliche Diskussionsgrundlage“, teilte das Gesundheitsministerium mit. Entscheidend sei die jeweils aktuelle Verordnung. „Eine Perspektive zur Öffnung der Freibäder kann nicht vorhergesagt werden, sondern ist nach der Entwicklung der Pandemielage zu entscheiden“, heißt es.

700 Bäder in Niedersachsen für Schwimmer und Schwimmerinnen

362 Hallenbäder und 338 Freibäder verzeichnet der Bäderatlas aktuell für Niedersachsen. Die meisten sind in kommunaler Hand. Für Städte und Gemeinden bedeutet der Badespaß für Jung und Alt oft eine Belastung. „Freibäder sind ein heftiges Zuschussgeschäft“, sagte Marco Mensen vom niedersächsischen Städte- und Gemeindebund.

In vielen niedersächsischen Schwimmbecken ist noch kein Wasser eingelassen, denn vorher muss gereinigt werden.

Er sei aber sicher, dass die Freibäder wieder aufmachen werden, wenn die Ansteckungsraten sinken. „Die Kommunen sind sehr daran interessiert, ihre Bäder zu öffnen und den Bürgern ein Freizeitangebot zu machen“, sagte Mensen. Der größte Ausgabeposten ist das Personal. Hannover habe einige Mitarbeiter, die derzeit in den Bädern nicht gebraucht werden, abgeordnet, zum Beispiel ins Impfzentrum, sagte Stadtsprecher Udo Möller. Manche Mitarbeiter seien wie vergangenes Jahr in Kurzarbeit.

Und selbst wenn die Bäder irgendwann öffnen dürfen, werden die Corona-Auflagen wie schon im Sommer 2020 eine große Rolle spielen. Um den Abstand zu halten, dürfte es festgelegte Besuchszeiten und eine Begrenzung der Besucherzahlen geben.

DLRG warnt vor Nichtschwimmer-Generation

Angesichts der geschlossenen Bädern und des fehlenden Schwimmunterrichts für Tausende Schüler ruft die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die niedersächsische Landesregierung zum Handeln auf. In der Corona-Pandemie hätten seit März 2020 keine Schwimmkurse mehr angeboten werden können, sagte der Präsident des DLRG-Landesverbandes Niedersachsen, Oliver Liersch. Zwei Jahrgänge, rund 150.000 Kinder, hätten so durch den Ausfall bislang nicht Schwimmen gelernt. Auch Schwimm- und Freibäder befinden sich weiterhin im Lockdown.

Rubriklistenbild: © dpa/Sven Hoppe

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