Schweinehalter wegen sinkender Schlachtpreise unter Druck

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Ferkel in einem Stall bei Neuenkirchen/Vörden. 

Cloppenburg/Damme - Die Schweinehalter stecken in der Krise - und müssen sich auf Veränderungen einstellen: Auf einer Tagung will der Bauernverband seine Mitglieder über Zukunftsthemen informieren. Jetzt sinken auch noch die Schlachtpreise.

Die Schweinehalter in Deutschland sind in keiner guten Lage: Sie stehen nicht nur wegen der Massentierhaltung in der öffentlichen Kritik, sondern leiden auch unter einer stark zurückgegangenen Nachfrage. So seien in den vergangenen drei Wochen die Schlachtpreise eingebrochen, sagt Marktexperte Matthias Quaing von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands.

"Wir hatten einen Preis von 1,65 Euro, jetzt liegen wir bei 1,46 Euro pro Kilo Schlachtgewicht", sagte er. Das bedeute für Landwirte einen Verlust von 19 Euro pro Schwein. Einzelne Schlachtbetriebe zahlten sogar weniger. Vereinzelt gehe es für die Betriebe um die Existenz.

Ursache seien der von Russland verhängte Importstopp für Schweinefleisch aus der EU wegen der Sanktionen im Ukraine-Konflikt sowie die schleppende Nachfrage auf den Binnenmärkten. Sowohl Verbraucher als auch Wursthersteller kauften deutlich weniger Fleisch als üblich. "Der Markt läuft derzeit überhaupt nicht", sagte Quaing. Dass auch die Preise für Futtermittel gesunken seien, kompensiere die geschrumpften Erlöse nicht: "Umgerechnet auf ein Schwein macht das sieben bis acht Euro aus." Besserung sei nicht in Sicht.

Die Lage auf den Rohstoff- und Fleischmärkten ist eines der Themen beim sogenannten Veredelungstag, einer Fachtagung des Deutschen Bauernverbandes am Dienstag in Cloppenburg. Es geht aber auch um die anderen großen Probleme der Branche: Um die Vereinbarkeit von Tierwohl und Markterfordernissen, um den Einsatz von Antibiotika in der Schweinehaltung und um den Umgang mit der Gülle.

Vor allem Vorträge zu zwei Vorhaben zur Verbesserung des Tierwohls dürften die Landwirte interessieren: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte Mitte September angekündigt, über freiwillige Vereinbarungen mit den Bauern den Tierschutz in den Ställen verbessern zu wollen. Auch die "Initiative Tierwohl" setzt auf Freiwilligkeit: Teilnehmende Landwirte bekommen für über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehenden Tierwohlmaßnahmen Zusatzzahlungen aus einem Fonds, den der Handel mit 195 Millionen Euro speist. Gestartet werden soll 2015.

Auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück beschäftigt sich in der nächsten Woche mit der Frage, wie artgerechte Tierhaltung in der Landwirtschaft möglich sein kann.

dpa

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