Schwarzbrauenalbatros auf dem Weg nach Helgoland

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Ein Schwarzbrauenalbatros. Foto: Jochen Dierschke/Archiv

Helgoland - Von Wolfgang Runge. Ein Albatros auf „Kurzurlaub“ in der Nordsee: Schon 2014 und 2015 machte der imposante Vogel mit seiner Spannweite von 2,40 Meter eine Stippvisite auf Helgoland. Normalerweise fliegt er nur auf der Südhalbkugel.

Vogelfreunde fiebern der Ankunft eines Schwarzbrauenalbatros auf Helgoland entgegen. Der imposante Vogel mit seiner Spannweite von 2,40 Meter wurde in den vergangenen Tagen bereits zweimal auf dem Weg in Richtung Nordsee beobachtet, wie der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) auf seiner Homepage mitteilt: Am 27. März wurde er vor der Atlantikinsel Noirmoutier am Nordrand der Biskaya gesichtet und kurze Zeit später noch einmal rund 90 Kilometer nordwestlich von der Insel Quiberon. Die Vogelkundler hoffen, dass der Albatros auf Helgoland wie schon in den Frühjahren 2014 und 2015 „spektakuläre Beobachtungen und Fotos aus nächster Nähe zulässt“.

Der Schwarzbrauenalbatros (Thalassarche melanophris) ist ein Extremflieger und normalerweise nur auf der Südhalbkugel unterwegs. Auf der Suche nach Beute segelt er zum Teil wochenlang ohne Pause über das Meer. Dabei schafft er über einen Zeitraum von acht Stunden Durchschnittsgeschwindigkeiten von mehr als 120 km/h und legt auch mal Etappen von 15000 Kilometern ohne Zwischenstopp zurück, berichteten Wissenschaftler der TU München. Bis zu 65 Jahre kann ein Albatros alt werden. Die Geschlechtsreife erreicht er jedoch erst sehr spät im Alter von fünf bis sechs Jahren, und mit der Brut beginnt er erst im Alter von 10 Jahren. Bis dahin streift der junge Vogel über die Meere. „Einige von ihnen kommen, wenn sie - salopp gesagt - herumvagabundieren, auch in die nördlichen Meere,“ sagt Prof. Franz Bairlein vom Helgoländer Institut für Vogelforschung IfV.

Und dabei stößt der Albatros auch auf Helgoland. „Es ist in der Region die einzige Insel, die so weit offshore liegt, und daher ein idealer Platz für einen Seevogel“, sagt Bairlein. Worin die Anziehungskraft besteht, sei bislang unbekannt. „Eine Rolle spielen jedoch die zahlreichen Vögel um Helgoland herum, denn Seevögel neigen generell dazu, sich Gruppen anzuschließen.“ Der Schwarzbrauenalbatros wird in diesem Frühjahr zum dritten Mal auf der roten Felseninsel erwartet. Doch das ist kein Zeichen für „Treue“, sagt Bairlein. „Man kann sagen, dass der Albatros über Jahre seinem Brutplatz treu ist“ - zum Beispiel den Falklandinseln im Südatlantik. Helgoland sei für diesen Albatros jedoch definitiv kein Brutplatz. „Er kommt hier nur vorbei: Der Schwarzbrauenalbatros ist kein Brutvogel der nördlichen Hemisphäre.“
dpa

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