Tägliche Tests und Maskenpflicht

Schulbeginn in Niedersachsen: Wie Corona-Infektionen vermieden werden sollen

Zu sehen ist ein Schulkind, das Rucksack, Maske und Cap trägt. Im Hintergrund ist ein Klassenraum zu sehen, auf der Tafel steht „Regelmäßig lüften“ geschrieben.
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Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres in Niedersachsen kommen auf Schüler und Lehrer einige Corona-Regeln zu. Während des Unterrichts müssen die Kinder Maske tragen, Lehrer sind dazu angehalten, regelmäßig zu lüften. (kreiszeitung.de-Montage)

Am 1. September startet in Niedersachsen wieder die Schule. Zwei Tage später kommt es zu vielen Einschulungen. Helfen die Corona-Regeln gegen Infektionen?

Hannover – Die Sommerferien in Niedersachsen sind vorbei. Ab Donnerstag, 2. September 2021, werden Kinder und Jugendliche wieder in ihre Schulen gebeten. Damit das neue Schuljahr frei von Corona-Chaos und damit verbundenen Ausfällen stattfinden kann, wird auf tägliche Corona-Tests gesetzt. Zudem gibt es eine strikte Maskenpflicht im Unterricht. kreiszeitung.de blickt auf das Hygienekonzept an und in Niedersachsens Schulen.

Deutsches Land:Niedersachsen
Fläche:47.614 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Hauptstadt:Hannover

Corona-Regeln in Niedersachsens Schulen: Schüler müssen sich zu Beginn täglich testen

Das Schuljahr 2021/2022 soll in Niedersachsen überall im Regelbetrieb (Szenario A) beginnen. Kurz vor Wiederaufnahme des Schulbetriebes hatte Niedersachsens Kulturminister Grant Hendrik Tonne (SPD) von dem großen Ziel gesprochen, Normalität in den Schulen weitestgehend zu gewährleisten und wiederherzustellen.

Wie die dpa berichtet, müssen sich Schüler und Schülerinnen bis einschließlich 10. September täglich vor der Schule „freitesten“. Danach wird der Rhythmus auf drei Tests pro Woche umgestellt. Das Kulturministerium setzt hierbei auf Selbsttests. Von dieser Testpflicht sind jedoch vollständig Geimpfte und Genesene ausgenommen.

Generell gilt für alle Schüler und Schülerinnen im Unterricht die Maskenpflicht. Doch vor allem an Grund- und Förderschulen sollen regelmäßige „Maskenpausen“ in den Tagesablauf integriert werden.

77.000 Kinder werden in Niedersachsen eingeschult: Schulanfänger wachsen mit Maskenpflicht auf

Rund 77.000 Kinder, die am Samstag, 4. September, in Niedersachsen eingeschult werden, müssen sich mit Beginn ihrer schulischen Laufbahn an die strikten Corona-Regeln gewöhnen. Die Vorbereitungen auf die Schule wurde durch die Corona-Pandemie enorm erschwert. Vielerorts mussten Kindergartenbesuche in der Schule sowie Vorschulprojekte ausfallen.

Laut dem Grundschulverband in Niedersachsen hätten viele Jungen und Mädchen weniger Erfahrungen, was das gemeinsame Interagieren sowie das Einhalten von Regeln und Ritualen, gesammelt, als Schulanfänger vor der Pandemie. Zudem hätten Kinder nichtdeutscher Muttersprache weniger Sprachförderung als sonst erhalten.

Niedersachsens Schulen führen Maskenpause ein: Mund-Nasen-Schutz darf im Freien oder beim Sport abgelegt werden

„Auch durch das eingeschränkte Bewegungsangebot oder musikalische Einschränkungen fehlen den Kindern wichtige Erfahrungen“, heißt es vom Grundschulverband in Niedersachsen. Neben den mangelnden Erfahrungen sehen sich Schulanfänger mit dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes während des Unterrichts konfrontiert.

Abgelegt werden darf die Maske während der Pausen im Freien, auf dem Außengelände, beim Essen und Trinken sowie beim Sportunterricht. Die bereits erwähnten „Maskenpausen“ würden laut dem Kultusministerium durch die Lehrkräfte ermöglicht werden.

Präsen- statt Wechselunterricht: Niedersachsens Grundschulverband setzt auf soziale Kontakte

Es gilt als nicht ausgeschlossen, dass der Mund-Nasen-Schutz manchen Schülern und Schülerinnen das Sprechen erschwere. Im Speziellen für Kinder nichtdeutscher Muttersprache und für Kinder mit einer Hörbeeinträchtigung sei das Ablesen von den Lippen oftmals eine große Erleichterung. Dies fällt durch die Maskenpflicht weg.

Laut dem Grundschulverband sei Präsenzunterricht mit Maske jedoch besser als die Hybrid-Lösung des Wechselunterrichts. Denn gemeinsames Lernen in der Schule würde den Kindern Sicherheit geben. Zudem bestehe so die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen.

Strenge Hygienvorschriften in Niedersachsens Schulen: Regelmäßiges Lüften, Hände waschen

Grundsätzlich gelten in den Schulen strenge Hygienevorschriften. Beispielsweise müssen Schüler und Schülerinnen regelmäßig ihre Hände waschen. Zudem sollen persönliche Gegenstände nicht mit anderen Kindern geteilt werden. In der Verantwortung der Lehrkräfte liegt es, die Unterrichtsräume regelmäßig zu lüften.

Verschiedene Verbände sind sich darüber einig, dass präventive Vorsichtsmaßnahmen wichtig seien und die Herausforderung groß ist. Doch sei Unterricht mit der gegebenen Maskenpflicht fernab von der Normalität, beanstandet Andrea Kunkel. „Aber wenn wir Präsenzunterricht wollen und sagen, wir brauchen das Lernen hier vor Ort und auch in der Gemeinschaft, dann müssen wir auf die Bedingungen eingehen“, heißt es von der Vorsitzenden des Schulleitungsverbandes.

3G-Regel gilt bei Einschulungsfeiern in Niedersachsen – Quarantänepflicht für bestimmte Reiserückkehrer

Auch für Einschulungsfeiern gibt es strikte Vorgaben. Wer an diesen teilnehmen möchte, muss geimpft, genesen oder getestet sein. Es gilt also die 3G-Regel für alle Personen ab sechs Jahren. Diese müssen in Innenräumen auch eine Maske tragen. Menschen ab 14 Jahren müssen zu einer medizinischen Maske greifen.

Menschen, die sich kurz vor dem Schulstart noch im Ausland in einem Hochrisikogebiet aufgehalten haben, müssen sich nach der Einreise nach Deutschland in eine zehntägige, häusliche Quarantäne begeben. Ab dem fünften Tag kann diese aber durch einen negativen Corona-Test beendet werden. Für Geimpfte und Genesene fällt die Quarantänepflicht weg.

Für Kinder unter zwölf Jahren endet die Quarantäne bereits fünf Tage nach der Einreise. Wer hingegen aus einem Virusvariantengebiet zurück nach Deutschland kommt, muss sich ausnahmslos zwei Wochen lang in Quarantäne begeben.

Corona-Infektion in der Klasse: Gesundheitsamt entscheidet über Quarantänemaßnahmen

Die wohl wichtigste Frage: Was geschieht bei einem Corona-Fall in der Klasse? In solch einem Szenario entscheidet das zuständige Gesundheitsamt über die entsprechenden Quarantänemaßnahmen. Unabhängig davon gilt: Liegt ein positives Testergebnis in einer Klasse vor, dürfen die Schüler und Schülerinnen dieser Lerngruppe die Schule nur mit einem negativen Testergebnis betreten.

Diese Zutrittsbeschränkung gilt jedoch nicht für Schüler und Schülerinnen, die bereits vollständig geimpft oder genesen sind. Übrigens: Im Schuljahr 2020/2021 wurden laut dem Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) rund 73.000 Kinder in Niedersachsen eingeschult – die sich auch schon mit strikten Corona-Regeln konfrontiert sahen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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