Landeselternrat beklagt Investitionsmangel

Defekte Heizungen führen immer wieder zu Schulausfällen

Hannover - Angesichts ausgefallener Heizungen in Schulen beklagt der Landeselternrat mangelnde Investitionen der Schulträger in die Gebäude.

„Wir erkennen, dass der Investitionsstau an Schulen ein bisschen zunimmt“, sagte der Vorsitzende des Landeselternrats Niedersachsen, Mike Finke. In den vergangenen Woche war an verschiedenen Schulen Niedersachsens der Unterricht wegen defekter Heizungen ausgefallen - so zum Beispiel an der IGS Süd in Langenhagen bei Hannover, der Hagenberg-Grundschule in der Göttinger Weststadt oder bereits im November an der Grundschule Eicken-Bruche in Melle (Kreis Osnabrück).

Eine landesweite Statistik über diese Schulausfälle gibt es nicht. Dem für die Schulen zuständigen Dezernenten der Landesschulbehörde würden die Ausfälle zwar gemeldet, sie würden aber nicht zentral erfasst, sagte ein Behördensprecher.

Laut Fehlstundenportal Niedersachsen sind vom 16. August 2017 bis zum 23. Januar 2019 insgesamt 14.435 Fehlstunden aufgelaufen. Auf dem Portal können Eltern die ausgefallenen Unterrichtsstunden ihrer Kinder angeben. Damit ließen sich aber nicht Schulausfälle wegen defekter Heizungen oder Toiletten erfassen, sagte Finke.

Vergaberecht bereitet Probleme

„Es ist ja auch völlig klar, dass sich zum Winter hin diese Phänomene häufen“, sagte Finke. Erst wenn die Heizungen benötigt werden, würden sich Defekte bemerkbar machen: „Wenn ich mit Engagement an die Wartung der Heizung gehen würde und nicht bis zum letzten Tag warten würde, dann würde man der Probleme eher Herr werden können.“

Thorsten Bullerdiek vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund räumte ein, dass es zu Schulausfällen wegen defekter Heizungen kommt. „Wir haben ein großes Problem damit, wegen des Vergaberechtes Handwerker zu bekommen.“ Veränderungen im Vergaberecht würden gerade im Landtag diskutiert. Dass die Kommunen wegen knapper Etats notwendige Wartungen auf die lange Bank schieben, sei nicht der Grund. An solchen Schlagzeilen habe kein Bürgermeister Interesse.

Aus Sicht des Landeselternrates sei der Hinweis auf die bürokratischen Hürden „vorgeschoben“, sagte Finke. „Die Schulträger sollten ihrer Verpflichtung mehr nachkommen, die Schulen in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten“, forderte er. Es dürfe auch nicht sein, dass in unterschiedliche Schulformen unterschiedlich investiert werde, so dass in Hauptschulen weniger Geld fließe als in Gymnasien. „Ein flächendeckender Unterricht sollte nach den gleichen Maßstäben möglich sein“, sagte Finke.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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