Maori fordern Namensänderungen

Schluss mit der Kolonialzeit: Neuseeland soll umbenannt werden in Aotearoa

Erst in der Kolonialzeit hat Neuseeland seinen heutigen Namen bekommen. Mit einer Petition wollen indigene Maori den ursprünglichen Namen wieder herstellen.

Wellington – Früher hatten viele Teile der Welt noch einen ganz anderen Namen als heute. Dann kam die Kolonialzeit. Viele europäische Länder machten sich die damalige Unterdrückung von Ureinwohnerinnen und Ureinwohner zu Nutzen und benannten kurzerhand die halbe Welt um. Die betroffenen Gebiete beanspruchten die Besetzer fast ausschließlich für ihre eigenen Interessen. So passierte es auch in Neuseeland – das heute für einen vorbildlichen Umgang mit der Corona-Pandemie bekannt ist.

ParteiMāori Party
Gegründet7. Juli 2004
Gründerinnen und GründerGründer: Tariana Turia, Pita Sharples
VorsitzendeRawiri Waititi, Debbie Ngarewa-Packer.

Elfenbeinküste, Westsahara oder eben auch Neuseeland sind nur wenige Beispiele, die Liste ist lang, all diese Namen sind Europa-gemacht. Dagegen wehrt sich nun die sogenannte Maori-Partei (Maori = indigene Bevölkerung in Neuseeland) in dem Pazifikstaat: Sie wollen den ursprünglichen Namen „Aotearoa“ wieder einführen. Der Name Neuseeland soll dann Geschichte sein.

Neuseeland: Petition fordert Namensänderung

Um die alten Maori-Namen wieder einzuführen, hat die Partei eine Petition eingereicht. Aotearoa bedeutet so viel wie „Land der langen, weißen Wolke“. Auch heute wird dieser Begriff als Synonym für Neuseeland genutzt.

Doch die Namensgeschichte ist umstritten, Kritikerinnen und Kritiker sagen, dass der Begriff nur für die Nordinsel und nicht etwa für das ganze Land benutzt worden sei. So oder so, ein Zeichen gegen Namen aus der Kolonialzeit wäre eine Umbenennung allemal. Und das ist laut Maori-Partei auch überfällig: „Wir sind es unendlich leid, dass die Namen unserer Ahnen verstümmelt, bastardisiert und ignoriert werden“, sagt Rawiri Waititi von der Partei-Doppelspitze. Weiter konstatiert sie: „Wir sind im 21. Jahrhundert, das muss sich ändern.“ 

Maori-Partei will in Neuseeland möglichst überall wieder Maori-Namen bis 2026

Bis 2026 möchte die Maori-Partei alle Maori-Namen für Städte und Ortsnamen wieder einführen, erklären die Vorsitzenden Rawiri Waititi und Debbie Ngarewa-Packer. „Die Namensänderungen und die Auferlegung einer kolonialen Agenda im Bildungssystem haben dazu geführt, dass immer weniger Maori fließend ihre eigene Sprache beherrschten“, so Ngarewa-Packer.

Vorsitzender Rawiri Waititi und seine Maori-Partei wollen indigene Namen in Neuseeland wieder einführen.

Von 90 Prozent im Jahr 2010 sei die Rate in 2021 auf 20 Prozent gesunken. Eine Änderung des Landesnamens würde dazu beitragen, „den Status unserer Sprache wiederherzustellen“, sagte Ngarewa-Packer. Auch in Deutschland beschäftigen sich Parteien mit der Sprache. Kanzlerin-Kandidatin Annalena Baerbock forderte zuletzt gendergerechte Gesetzestexte.

Immer mehr Namen aus Kolonialzeit angepasst

Namen aus der Kolonialzeit werden immer häufiger geändert. Zuletzt hatten Wissenschaftler tausende Vogelarten umbenannt, da ihre Namen rassistisch waren. Auch ein Waffenhersteller passte die Bezeichnung eines seiner Produkte an. Immer mehr Produkte bekommen daher einen neuen Namen. Auch eine Umbenennung aller Mohren-Apotheken wird längst gefordert.* kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Ben Mckay

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