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Schäfer will mit Waffengewalt Wolfsangriffe abwehren – Gericht lehnt Klage ab

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Von: Bona Hyun, Yannick Hanke

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Wendelin Schmücker, Schäfer, geht bei einem Pressetermin mit seinen Schafen über eine Wiese.
Ihm kommt besser kein Wolf vor die Flinte: Schäfer Wendelin Schmücker sorgt sich um seine Herde und will sie mit Waffengewalt vor Wölfen schützen. © Philipp Schulze/dpa

Schäfer Wendelin Schmücker will seine Schafe schützen und Wolfsangriffe abwehren. Das Gericht hat nun entschieden: Keine Flinte zur Wolfsabwehr erlaubt.

Update vom 06. September 2022 um 17:46 Uhr: Das Urteil ist gefallen: Der Schäfer darf seine Schafe nicht mit einer Waffe vor Wolfsangriffen schützen. Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag seine Klage gegen die Stadt Winsen (Luhe) abgewiesen. Es ging um die Erteilung waffenrechtlicher Erlaubnisse zum Erwerb und Führen einer Flinte im Kaliber 12 sowie auf Erteilung einer Schießerlaubnis. Die Stadt hatte zuvor entsprechende Anträge abgelehnt.

Erstmeldung vom 06. September 2022 um 14:40 Uhr: Lüneburg/Winsen (Luhe) – Das liest man auch nicht alle Tage: Ein Schäfer aus Niedersachsen will die Initiative ergreifen und sich eigenmächtig mit einer Flinte gegen Wolfsangriffe wehren. Das gestaltet sich in der Praxis nur nicht so einfach wie in der Theorie. Deswegen klagt Wendelin Schmücker vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg gegen die Stadt Winsen (Luhe). Mit Erfolg?

Wegen Wolfsangriffen auf seine Herde: Schäfer will sich mit Waffengewalt gegen Raubtiere wehren

„Damit ich als Berufsschäfer meine Herde schützen und den Tierschutz für meine Tiere wahrnehmen kann, benötige ich eine legale Waffe, um Wölfe abzuwehren“, heißt es von Schäfer Wendelin Schmücker gegenüber der dpa. Es würde dem 46-Jährigen darum gehen, sich der Herde nähernde Wölfe zu vergrämen und notfalls auch zu töten.

Sein Problem: In Deutschland steht der Wolf unter strengem Naturschutz. Bislang sind Abschüsse nur im Auftrag des Staates des und mit behördlicher Ausnahmegenehmigung erlaubt. Deswegen war Schäfer Schmücker am Dienstag, 6. September 2022, im Verwaltungsgericht Lüneburg zugegen. Er klagt auf die Erteilung waffenrechtlicher Erlaubnisse zum Erwerb und Führen einer Flinte im Kaliber 12 sowie auf Erteilung einer Schießerlaubnis, teilte eine Gerichtssprecherin bereits im Vorfeld mit.

Schäfer will sich gegen Wolf zur Wehr setzen und klagt vor Gericht – notfalls auch mit Gummigeschossen?

Bereits 2018 hatte die Stadt Winsen entsprechende Anträge abgelehnt. Nach Angaben von Schäfer Wendelin Schmücker hätte es in der Vergangenheit bereits drei Wolfsangriffe auf seine Schafe gegeben. Beim ersten Mal seien drei Tiere getötet worden, 18 wiederum hätten wegen ihrer schweren Verletzungen eingeschläfert werden müssen. Keinen Sinn sieht Schmücker darin, Mittel für wolfsabweisende Zäune zu beantragen.

Vielmehr hat der Schäfer sich auf den Gedanken versteift, sich gegen den Wolf zu bewaffnen. Notfalls würde Wendelin Schmücker auch Gummigeschosse verwenden. Einen entsprechenden Behelfsantrag habe er in der Verhandlung am Verwaltungsgericht Lüneburg gestellt, hieß es vom Schäfer am Dienstag. Am Nachmittag will das Gericht per Pressemitteilung über die Entscheidung informieren. Erst unlängst hatte übrigens die Meldung die Runde gemacht, dass das Pony von Politikerin Ursula von der Leyen einem Wolf zum Opfer gefallen ist.

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