Anklage nach Brandanschlag in Salzhemmendorf erhoben

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Flüchtlingsheim in Salzhemmendorf

Salzhemmendorf - Wohl nur der schnellen Reaktion von Nachbarn war es zu verdanken, dass ein Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Salzhemmendorf ohne Verletzte ausging. Gegen die drei Tatverdächtigen ist nun Anklage wegen versuchten Mordes erhoben worden.

Knapp fünf Monate nach dem Brandanschlag auf ein von Flüchtlingen bewohntes Haus in Salzhemmendorf hat die Staatsanwaltschaft Hannover Anklage wegen versuchten Mordes erhoben. Den 25 und 31 Jahre alten Männern und der 24-jährigen Frau wird auch versuchte schwere Brandstiftung vorgeworfen, teilte die Behörde am Mittwoch in Hannover mit. Nach Überzeugung der Ermittler handelte das Trio aus fremdenfeindlicher Gesinnung, selber sagten die drei nichts zu ihren Motiven.

Durch Glück wurde in der von 40 Menschen bewohnten Flüchtlingsunterkunft im Kreis Hameln-Pyrmont niemand verletzt. Bei dem nächtlichen Anschlag Ende August vergangenen Jahres flog ein Molotowcocktail durch ein geschlossenes Fenster in die Wohnung einer 34-jährigen Frau aus Simbabwe, die mit ihren drei kleinen Kindern in einem Nebenraum schlief. Die von einem Nachbarn alarmierte Feuerwehr konnte die Flammen löschen, bevor sie auf andere Räume übergriffen.

Für zusätzliche Erschütterung im Weserbergland sorgte der Umstand, dass es sich bei dem 25-jährigen Tatverdächtigen um einen freiwilligen Feuerwehrmann handelte. Er war später bei den Löscharbeiten dabei, wurde aber bald darauf vom Ortsbrandmeister beurlaubt. Später trat auch der Jugendwart der Wehr zurück, weil er sich in sozialen Netzwerken als Unterstützer der rechtsextremen NPD geoutet hatte.

Der 31 Jahre alte Tatverdächtige zeigte nach dem Brandanschlag nach einem NDR-Bericht Reue. Seine Tat sei durch nichts zu rechtfertigen, soll er in einem Brief geschrieben haben. Jeder Mensch habe das Recht dort zu leben, wo es ihm am besten gehe. Er „verabscheue die Tat zutiefst“.
dpa

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