Einigung im Wasserstreit mit Hamburg rückt näher

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Die "Schmale Aue" fließt in der Lüneburger Heide bei Sudermühlen durch eine ehemalige Mühlenanlage. Im jahrzehntelangen Streit zwischen dem Landkreis Harburg und Hamburg um das Trinkwasser ist eine Einigung in greifbarer Nähe.

Salzhausen - Die Hamburger graben der Heide das Wasser ab, hieß es einst. Nach mehr als 30 Jahren Streit ums kostbare Nass ist ein Schritt Richtung Einigung getan. Jetzt sind auch Umweltschützer eher optimistisch.

Im Streit um Trinkwasser für Hamburg soll die Menge des in der Nordheide geförderten Wassers dauerhaft auf 16,1 Millionen Kubikmeter pro Jahr begrenzt werden. Damit rückt eine Einigung im jahrzehntelangen Streit zwischen dem Landkreis Harburg und dem durstigen Nachbarn im Norden in greifbare Nähe. Gutachter und Fachleute der Hamburger Wasserwerke GmbH hätten in Salzhausen bei einer Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt- und Klimaschutz entsprechend nachgebesserte Unterlagen präsentiert, teilte Kreissprecher Johannes Freudewald am Freitag in Winsen mit. „Damit ist ein entscheidender Schritt im Rahmen des Zulassungsverfahren getan“, sagte er zu der Sitzung am Vortag.

Seit 1983 bezieht Hamburg Trinkwasser aus der Heide - und seitdem protestieren dort Umweltschützer gegen die Wasserentnahme. Flüsse in der Region führten bis zu einem halben Meter weniger Wasser als früher, einige Bäche und Trockengebiete fielen manchmal sogar ganz trocken, hatte etwa die Interessengemeinschaft Grundwasserschutz Nordheide wiederholt beklagt. Seit 2005 ist der Landkreis Harburg für die Genehmigung zuständig.

Der überarbeitete Förderantrag berücksichtige neue Rechtsvorschriften vor allem im Naturschutz, betonte Freudewald. Für witterungsbedingte Schwankungen etwa bei Trockenheit werde ein Sicherheitspuffer von 14 Prozent vorbehalten, so dass die Fördermenge künftig auf maximal 18,4 Millionen Kubikmeter pro Jahr begrenzt wird. Derzeit fördern die Hamburger in der Nordheide ohne die zulässigen Sicherheiten 15,7 Millionen Kubikmeter pro Jahr.

„Mit unserem modifizierten Antrag verzichten wir darauf, die Sicherheiten etwa für Trockenjahre oder technische Ausfälle auszuschöpfen“, erklärte Carsten Roth, Sprecher von Hamburg Wasser. „Damit wird die geförderte Wassermenge von 16,1 Millionen Kubikmeter künftig nicht überschritten, obwohl das rechtlich zulässig wäre.“

„Wir hätten lieber eine kleinere Menge, aber das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte der Sprecher der Interessengemeinschaft Grundwasserschutz Nordheide, Gerhard Schierhorn. „Wir werden im laufenden Verfahren die Reduzierung der Fördermenge und die Prüfung von weiteren Förderstandorten außerhalb der Nordheide deutlich zur Sprache bringen“, kündigte er an.

dpa

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