In Salzgitter, Hildesheim und Hannover

Schusswaffen bei Razzia gegen Großfamilien sichergestellt

Salzgitter/Hildesheim/Hannover - Von Matthias Brunnert - Wieder geht die Polizei in Niedersachsen mit Spezialkräften gegen mutmaßliche kriminelle Großfamilien vor. Die Beamten fanden auch Schusswaffen.

Bei einer Razzia gegen Angehörige von Großfamilien in Salzgitter, Hildesheim und Hannover hat die Polizei mehrere Schusswaffen sichergestellt. Zudem seien waffenähnliche Gegenstände und zahlreiche Mobiltelefone beschlagnahmt worden, teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Mittwoch mit. Festnahmen habe es nicht gegeben.

Bei der Polizeiaktion am Dienstagabend, an der auch Spezialkräfte des Landeskriminalamts teilnahmen, wurden insgesamt zehn Objekte durchsucht. Schwerpunkt der Razzia war Salzgitter. Hintergrund der Durchsuchungen waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubes.

In einem Fall werde gegen drei Personen ermittelt, die am 7. August in Salzgitter als Teil einer sieben- bis achtköpfigen Gruppe zwei Menschen mit Elektroschockern und Eisenstangen verletzt haben sollen. Im anderen Fall gehe es um drei weitere Beschuldigte, berichtete der Sprecher. Ihnen werde zur Last gelegt, am 27. Juli in Salzgitter als Teil einer vier- bis fünfköpfigen Gruppe einer anderen Person aufgelauert, sie ausgeraubt und anschließend zusammengeschlagen zu haben. Auch dabei seien Stahlruten zum Einsatz gekommen.

Alle Beschuldigen gehörten polizeibekannten Großfamilien an, sagte der Sprecher. Nach seinen Angaben wohnen in Salzgitter zahlreiche Angehörige kurdischer Großfamilien, die aus dem Libanon stammen.

Erst vor zwei Wochen war die Polizei mit Hilfe von Spezialeinheiten aus mehreren Bundesländern in Nienburg und Umgebung mit einer Razzia gegen Angehörige zweier rivalisierender Großfamilien vorgegangen. Diese hatten sich zuvor auf offener Straße eine Auseinandersetzung mit Verletzten geliefert.

Auch bei diesen Durchsuchungen wurden zahlreiche Waffen und waffenähnliche Gegenstände sichergestellt. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte anschließend, das rechtswidrige Agieren krimineller Gruppen werde unterbunden. Wer deutsche Gesetze und Normen ignoriere und das Recht in die eigenen Hände nehme, bekomme eine klare Antwort des Rechtsstaats.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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