Verzögerung wegen alter Verträge

Endlager Schacht Konrad wird fünf Jahre später fertig

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Berlin/Salzgitter - Das Atommüll-Endlager Schacht Konrad wird voraussichtlich knapp fünf Jahre später fertig als geplant. Man rechne inzwischen mit einer Fertigstellung im ersten Halbjahr 2027, teilten das Bundesumweltministerium und die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) am Donnerstag in Berlin mit.

Die neue Einschätzung basiert auf einem TÜV-Gutachten. Schacht Konrad in Niedersachsen wird gerade zu einem Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll umgebaut. Allerdings werde man nach der Fertigstellung nicht wie bisher im Einschicht-Betrieb, sondern in zwei Schichten Atommüll einlagern, sagte Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth. Damit werde Zeit eingespart - und zwar „sicherlich" mehr, als man durch die nun bekanntgewordene Verzögerung verlöre. Bisher waren etwa 30 Jahre Einlagerungsbetrieb geplant. Zudem könne es sein, dass man früher fertig werde, als das Gutachten annehme. 

BGE-Chefin Ursula Heinen-Esser nannte als einen Hauptgrund für die Verzögerung eine Reihe alter Verträge, die teils noch vor 1990 abgeschlossen worden seien und mit deren Erfüllung es nun Probleme gebe. Welche Folgen die Verzögerung für die Kosten haben wird, ist demnach noch unklar. Zusammen mit der beschleunigten Einlagerung könne das Ganze sogar etwas günstiger werden, weil effizienter gearbeitet werde, sagte Flasbarth. Bislang sind 3,6 Milliarden Euro Baukosten vorgesehen. 

Ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll hat Deutschland noch nicht. Die Suche für einen geeigneten Standort läuft, wird aber noch viele Jahre andauern. - dpa

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