Rekord: Luchsin im Südharz hat fünf Junge

Bad Sachsa/Bockelnhagen - Die Harzer Luchse vermehren sich seit Jahren. Jetzt gibt es einen Rekord: Ein Muttertier hat fünf Junge zur Welt gebracht.

Mit Rekord-Würfen sorgen junge Luchsinnen dafür, dass sich die im Harz ausgewilderten Raubkatzen immer weiter ausbreiten. Ein Muttertier, das sich im Grenzgebiet von Niedersachsen und Thüringen aufhält, habe fünf Junge zur Welt gebracht, sagte der Leiter des Harzer-Luchs-Projektes, Ole Anders. „Das ist ein absoluter Rekord.“ Ihm sei jedenfalls kein vergleichbarer Wurf bekannt. Medien hatten berichtet, dass der Rekord-Wurf in einem Wald zwischen Bockelnhagen (Eichsfeldkreis) und Bad Sachsa (Kreis Osterode) entdeckt wurde.

Die Jungtiere befanden sich in einem Hohlraum unter einem Holzlager. Eine weitere Luchsin, die aus dem Harz nach Nordhessen gezogen ist, habe in diesem Frühjahr vier Junge zur Welt gebracht, sagte Anders. Auch dies sei sehr selten. Die Experten vom Nationalpark Harz können das Schicksal der beiden Muttertiere verfolgen, weil sie Halsbandsender tragen. Die Luchsinnen waren in Kastenfallen gefangen und dann mit den Geräten ausgestattet worden. Die Sender übermitteln zweimal täglich den Aufenthaltsort der Tiere. Wie viele Luchse in der Region in diesem Jahr insgesamt geboren wurden, sei noch unklar, sagte Anders.

Um Klarheit zu gewinnen, starte der Nationalpark in diesen Tagen ein neues Fotofallen-Monitoring. „Die Kameras werden gerade aufgebaut.“ Ein Monitoring im vergangenen Jahr hatte den Schluss nahegelegt, dass alleine im Harz mittlerweile rund 80 der Raubkatzen leben. Im Rahmen des im Jahr 2000 gestarteten Wiederansiedlungsprojektes wurden nach und nach 24 Luchse freigelassen. Sie haben sich seither stark vermehrt und auch angrenzende Regionen besiedelt. „Seit Beginn des Wiederansiedlungsprojektes sind etwa 200 Luchse in freier Wildbahn zur Welt gekommen“, sagte Anders.

Harzer Luchse leben inzwischen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen. “Ich gehe davon aus, dass die Verbreitung weiter an Tempo zunimmt“, sagte Anders. Und die Chance, dass zumindest ein Teil der fünf Jungtiere des Rekordwurfes dazu beitragen kann, ist groß. Bis jetzt seien alle jungen Raubkatzen am Leben, sagte Anders. Am vergangenen Wochenende seien die kleinen Luchse im Bereich Bad Sachsa/Bockelnhagen beobachtet worden.
dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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