Winterwetter

Rutschpartie auf Niedersachsens Straßen - so bildet sich das Glatteis

Unfälle aufgrund von Glätte sind im Winter nichts Ungewöhnliches. Auch wenn die Winter in Niedersachsen mild sind, so wird im Radio vor Blitzeis oder gefrierender Nässe gewarnt. Aber Achtung: Glätte ist nicht gleich Glätte.

  • Unfälle aufgrund von Glätte auch in den kommenden Tagen möglich.
  • Es gibt unterschiedliche Formen von Glätte.
  • Lkw-Fahrer müssen Fahrzeug von Eis und Schnee befreien.

Die Meldungen über Glatteisunfälle haben sich in den vergangenen Tagen gehäuft. Zum Glück waren es größtenteils nur Blechschäden. Auch in den kommenden Tagen besteht die Gefahr von Straßenglätte. Laut Vorhersage soll das Thermometer Temperaturen zwischen +1 und -3 Grad anzeigen. Wenn Radio, Fernsehen oder Apps von Glättegefahr sprechen, ist Vorsicht geboten.

LandNiedersachsen
Bevölkerung7,982 Millionen
HauptstadtHannover
MinisterpräsidentStephan Weil (SPD)

In Niedersachsen musste am Mittwoch die Autobahn 27 nahe Bremen für drei Stunden gesperrt werden. Zwischen den Anschlussstellen Uthlede und Schwanewede kam es in Richtung Bremen laut Polizei zu Unfällen, bei denen insgesamt vier Autos, zwei Kleintransporter und ein Lastwagen beteiligt waren. Hier gab es am Abend Hagelschauer und Glatteis. Verletzt wurden bei den Unfällen niemand. (dpa)

Oft werden Autofahrer von der Glätte überrascht. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Offensichtlich und sichtbar ist es, wenn Schnee, Graupel oder Hagel fällt. Bei dieser Art können Verkehrsteilnehmer sich noch gut, auf die veränderte Situation einstellen. Bei anderen Formen der Glätte sind die Merkmale nicht so offensichtlich.

Winterwetter: Formen der Glätte

Gefrierende Nässe: Sie kommt in den sogenannten Übergangsmonaten häufig vor. Erst regnet es und dann wird es schnell kalt. Dabei friert Feuchtigkeit auf der Straße. Tückisch dabei ist, dass am Boden Temperaturen im Plusbereich herrschen können. Die Minustemperaturen befinden sich darüber.

Blitzeis: Ausgangspunkt ist gefrorener Boden. Wenn die Luft aber plötzlich wärmer wird, fällt kein Schnee mehr, sondern Regen. Beim Auftreffen auf dem Boden gefriert er sofort. Und in kurzer Zeit kann sich eine Straße in eine Eisbahn verwandeln.

Gefrieren von Feuchtigkeit/Reifglätte: Bei dieser Variante friert die Feuchtigkeit in der Luft. Auslöser ist das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Temperaturschichten. Touchiert beispielsweise feuchte und wärmere Luft über gefrorenen Boden, kühlt sie sich ab und kann die in ihr gebundene Feuchtigkeit nicht mehr tragen. Es kommt zum Niederschlag in Form von Nebel, Reif oder Tau. Dann entsteht die Reifglätte. Autofahrer werden meist auf Brücken überrascht. Weiterer Gefahrenschwerpunkt sind Wälder.

Ein Auto fährt am frühen Morgen über eine schneebedeckte Straße.

Glatteis: Das klassische Glatteis bildet sich, wenn Regen auf gefrorenen Boden fällt. Beim Kontakt wird aus dem Regen Eis und Straßen werden zu Eisflächen. Bei solchen Witterungsverhältnissen sollte das Autofahren vermieden werden.

Eisregen: Ist der Regen beim Fallen schon gefroren, spricht man von Eisregen. Auslöser sind auch hier Luftschichten mit unterschiedlichen Temperaturen. Milde Luft lässt in höheren Schichten Regen fallen. In darunter liegenden Schichten befindet sich kältere Luft. In dieser gefriert dann der zu Boden fallende Regen.

Winterwetter hat Tücken für Lkw-Fahrer

Neben den Wetterbedingungen können auch Lkw eine Gefahr für die Autofahrer darstellen. Auf Lkw-Dächern können sich bei längeren Standzeiten größere Mengen Wasser und Schnee ansammeln. Wenn diese jetzt im Winter besonders über Nacht gefrieren, kann dies im Straßenverkehr zu gefährlichen Situationen führen. „In Kurven oder bei schneller Fahrt lösen sich Schnee und Eisbrocken vom Dach und gefährden und behindern den nachfolgenden Verkehr“, warnt Andreas Müller, vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Diepholz. Außerdem können abfliegende Schneewolken und Eispartikel die Sicht behindern. Fahrzeuge könnten beschädigt und andere Verkehrsteilnehmer zu Ausweichmanövern gezwungen werden.

Egal ob Auto oder Lastwagen - generell gilt: Im Straßenverkehr darf niemand behindert oder gar geschädigt werden. Deshalb ist der Fahrer vor dem Fahrtantritt verpflichtet, Auto oder Lkw von Schnee und Eis zu befreien, ansonsten begeht er eine Ordnungswidrigkeit. Bei Unfällen kann es sogar Probleme mit der Haftpflichtversicherung geben. Deshalb ist es wichtig, die Rechte und Pflichten als Fahrzeugführer zu kennen. Für Lkw-Fahrer und Berufskraftfahrer sind solche Themen beispielsweise auch Gegenstand von speziellen Fahrsicherheitstrainings.

An vielen Autobahnraststätten stehen spezielle Gerüste zur Verfügung, von denen aus Lkw-Fahrer das Dach und die Planen ihrer Fahrzeuge erreichen können. Andernfalls müssen sie eine Leiter benutzen, um Schnee und Eis zu entfernen. „Nachfolgende Fahrzeuge sollten im Winter generell einen großzügigen Sicherheitsabstand zu Lastwagen halten“, betont Andreas Müller und ergänzt: „Besondere Vorsicht gilt an Autobahnauffahrten oder Beschleunigungsstreifen. Wenn Lastwagen beschleunigen, ist das Risiko groß, dass sich noch auf der Plane liegende Schnee- und Eisreste lösen.“

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand

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