Münchner Schütze verherrlichte Amoklauf in Schule

Rückblick: Amok in Winnenden

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Zum 5. Jahrestag des Amoklaufs in Winnenden wurden Blumen für die Opfe aufgestellt.

München - Der Attentäter von München soll sich viel mit Computer-"Ballerspielen" beschäftigt und den Attentäter des Amoklaufs von Winnenden verherrlicht haben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen.

Das ist in Winnenden (Baden-Württenberg) passiert: Der 17-jähriger ehemaliger Realschüler Tim K. hatte am 11. März 2009 an der Albertville-Realschule in Winnenden 8 Menschen erschossen. Auf seiner Flucht nach Wendlingen (Kreis Esslingen) tötete er drei weitere Menschen und sich selbst.

Die Tatwaffe hatte der Jugendliche aus dem Schlafzimmer der Eltern entwendet. Der Vater des Amokläufers hat deshalb im Jahr 2010 in einer Polizeivernehmung seine Mitschuld an der Tat seines Sohnes eingeräumt. Er erklärte demnach der Polizei, die Pistole habe er aus Angst vor Einbrechern im Schlafzimmerschrank deponiert. Am Abend vor der Tat habe er zur Kontrolle in den Kleiderschrank gegriffen, die Pistole sei da gewesen. Er sei zu hundert Prozent sicher, dass Tim das Versteck heimlich ausgekundschaftet habe, sagte er laut “Focus“. Am Morgen des Amoklaufs müsse er sich “das Ding“ geholt und in den Schulrucksack gesteckt haben - “und keiner hat es gemerkt“.

Da der Vater die Waffe in seinem Kleiderschrank gelagert hatte, ist er zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Außerdem muss er Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüchen an die Opfern und Hinterbliebenen zahlen.

Die Psychiater des Amokläufers von Winnenden müssen sich nicht am Schadenersatz der Bluttat beteiligen. Das Landgericht Heilbronn wies im April eine entsprechende Klage vom Vater des Täters voll umfänglich ab.

Winnenden: Gedenken an die Amok-Opfer

Tims Verhalten sei der Familie unerklärlich, hieß es 2010. Sie hätte so etwas niemals kommen sehen. Es sei entsetzlich, was er in der Schule erlebt haben müsse und dass er zu einer solch grausamen Tat fähig war. “Tim war nie böse zu jemandem“, sagte der Vater laut “Focus“ den Ermittlern. Gegenüber älteren Menschen und kleinen Kindern sei Tim stets sehr freundlich gewesen. Er selbst habe überlegt, ob Tim mal Kindergärtner werden sollte. Die Tat seines Sohnes tue ihm “furchtbar leid“.

dpa/jom

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