Rösler will breite Erneuerung der FDP

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Der niedersächsische FDP-Landesvorsitzende Philipp Rösler, der FDP-Bundestagsabgeordnete Patrick Döring und Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (l-r) stehen am Samstag zu Beginn des FDP-Landesparteitages in Braunschweig auf der Tribüne.

Braunschweig (dpa) - Der künftige FDP-Bundesvorsitzende Philipp Rösler will die Partei mit einem breiteren personellen Umbau aus der Krise führen.

„Meine Kandidatur ist nur ein erster Schritt für die inhaltliche und personelle Neuausrichtung der Partei“, sagte Rösler am Samstag beim Landesparteitag der niedersächsischen FDP in Braunschweig.

Er will die Partei, die im Umfragetief und einer Glaubwürdigkeitskrise steckt, mit einem neuen Team führen. Die Union zeigt sich indes besorgt über die Lage der FDP und befürchtet auch negative Folgen für die schwarz-gelbe Koalition.

Der 38 Jahre alte Bundesgesundheitsminister Rösler, seit 2006 FDP-Landeschef in Niedersachsen, soll beim Parteitag Mitte Mai in Rostock zum neuen FDP-Vorsitzenden und Nachfolger von Guido Westerwelle gewählt werden. Bis dahin will Rösler einen eigenen Personalvorschlag für die Parteispitze vorlegen. „Nur im Team und mit einer breiten Themenpalette kommen wir aus dem derzeitigen Tief, aus der Krise wieder heraus“, sagte auch die bayerische FDP-Chefin, Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, am Samstag auf einem Landesparteitag in Amberg.

Die Freidemokraten in Niedersachsen stellten sich beim Parteitag am Samstag geschlossen an die Seite Röslers. Die Delegierten erhoben sich mit langem Beifall von ihren Plätzen und feierten Rösler, der eine eher leise Abschiedsrede als Landesvorsitzender hielt. Die Entscheidung, für den Bundesvorsitz zu kandidieren, sei ihm nicht leicht gefallen, sagte Rösler. Er räumte erneut ein, dass es der FDP an Glaubwürdigkeit fehle. Die Partei müsse wieder Antworten auf die Alltagssorgen der Menschen geben. Inhaltlich aber müsse sich die FDP nicht neu erfinden. „Der liberale Kompass stimmt.“

Rösler plädierte bei dem anvisierten Atomausstieg für einen ruhigen und besonnenen Kurs. Es sei unseriös, eine Sofortabschaltung der Atomkraftwerke zu fordern. Rösler gilt in Niedersachsen als der große Sympathieträger der FDP. Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) sagte zur personellen Neuausrichtung der Partei: „Schrille Töne brauchen wir jetzt nicht mehr.“ Rösler sei ein „mutiger Typ„, der die FDP stabilisieren könne. „Die Partei muss wieder bei sieben, acht, zehn Prozent sein“, sagte Sander.

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