Bei Ausgrabungen seltene Schätze gefunden

So forschen Archäologen in Niedersachsen

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In Niedersachsen werden bei mehr als 100 Ausgrabungen im Jahr auch Goldschätze gefunden. 

Hannover - Bei den Stichworten Römer und Deutschland denken viele an Städte wie Köln, Trier oder Augsburg, an den Rhein oder die Donau. Aber Archäologen finden in den vergangenen Jahren immer mehr Spuren der antiken Supermacht auch in Niedersachsen.

Archäologen in Niedersachsen haben viel zu tun: Mehr als 100 Ausgrabungen gibt es nach Angaben des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege jedes Jahr in dem Bundesland. Das Spektrum reicht von der Erforschung von NS-Lagern bis zu den Spuren aus der Vorzeit, sagt Landesarchäologe Henning Haßmann. Die ältesten archäologischen Spuren seien 300.000 Jahre alt. 

Seltene Goldmünzen entdeckt

Archäologen entdecken Schätze in Niedersachsen

Gibt es einen Forschungsschwerpunkt? Für den niedersächsischen Chefarchäologen sind das eindeutig die Spuren, die Römer und Germanen in der Antike in Niedersachsen hinterlassen haben. In Kalkriese bei Osnabrück wurden im Juni acht seltene römische Goldmünzen gefunden. Sie stützen aus Sicht von Haßmann die These, dass dort in der Zeit um kurz nach Christi Geburt eine große Schlacht zwischen Römern und Germanen stattfand. Erst im vergangenen Jahr wurde bei Hannover ein römisches Marschlager entdeckt. „Das ist das erste überhaupt in Norddeutschland“, sagt Haßmann. Solche kurzfristig von den Römern bei ihren Märschen angelegten Lager seien wahnsinnig schwer zu finden, weil die riesigen Anlagen nur sehr wenige Spuren im Boden hinterlassen haben. 

Archäologen bei der Bauplanung dabei

Eine Restauratorin legt ein Schwert mit einem Pinsel in einer Werkstatt im Museumspark Kalkriese (Niedersachsen) frei.

Wo wird überall gegraben? Vor einigen Jahren gruben die Archäologen eher nach dem Zufallsprinzip - man reagierte auf bei Bauarbeiten gemachte Entdeckungen oder grub dort, wo die Fachleute aufgrund früherer Funde interessante Spuren vermuteten. Nach der Novelle des Denkmalschutzgesetzes habe sich die Situation verändert, erklärt Haßmann. Die Archäologen sitzen bereits bei der Bauplanung mit am Tisch und können mit finanzieller Unterstützung der Bauherren bei großen Bauvorhaben gezielt vorab das Gelände absuchen, auch dort, wo noch keine Fundstellen bekannt sind. Gibt es dafür Beispiele? Wegen des Baues der NEL-Gaspipeline wurden einige spektakuläre Funde gemacht, schon bevor die Baumaschinen angerückt seien. 

Auch in Visbek im Kreis Vechta seien die Fachleute so auf bislang unbekannte sächsische Grabstätten gestoßen. Visbek sei ein Zentrum der spätsächsischen Zeit gewesen: Als im Rheinland und Westfalen sich schon langsam das Christentum durchgesetzte, hätten in Niedersachsen noch die heidnischen Sachsen gelebt. "Wir verstehen inzwischen die archäologische Kulturlandschaft ganz anders", sagt Haßmann. Wer sucht und gräbt denn alles? Wer in Niedersachsen mit einem Metalldetektor nach archäologischen Schätzen suchen will, muss eine Genehmigung haben - diese bekommt man nur, wenn eine Schulung im Landesamt für Denkmalspflege absolviert wurde. So sei sichergestellt, dass Funde auch gemeldet würden, sagt Haßmann. In Niedersachsen gibt es 102 untere Denkmalschutzbehörden. Die Kreisbehörden haben zum Teil eigene Archäologen, die bei Funden tätig werden. Inzwischen gebe es aber auch einige privaten Grabungsfirmen, die in Auftrag und in Absprache mit den Bauherren und Behörden die Ausgrabungen schnell und kostengünstig durchführen.

dpa

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