Riesiges römisches Heerlager bei Hannover entdeckt

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Ein Hufschutz eines Pferdes ist am 30. August 2013 im Landesmuseum in Braunschweigzu sehen. Archäologen haben nun erneut ein römisches Marschlager südlich von Hannover gefunden.

Hannover - Forscher entdecken ein riesiges Römerlager südlich von Hannover - ein sensationeller Fund. Damit gibt es einen konkreten Nachweis des römischen Militärs in der norddeutschen Tiefebene.

Sensationeller Fund im Süden Hannovers: Forscher haben bei Wilkenburg ein römisches Heerlager aus der Zeit um Christi Geburt entdeckt. „Es gehört zu den größten rechts des Rheins, mindestens 20 000 Mann hatten dort Platz“, sagte Archäologe Salvatore Ortisi von der Universität Osnabrück am Donnerstag. Für die Wissenschaftler hat der Fund der Anlage mit einer Fläche von etwa 30 Hektar eine große Bedeutung, denn es ist das erste Heerlager, das in der norddeutschen Tiefebene entdeckt wurde.

Damit gibt es einen konkreten Nachweis des römischen Militärs in dieser Region. Bei Ausgrabungen fanden die Archäologen römische Sandalennägel und Kupfermünzen, die als Soldatengeld verwendet wurden. „Das Lager wurde nur ein bis drei Nächtegenutzt und dann wieder aufgegeben, weil das Heer weiterzog“, sagte Ortisi. Die Größe lasse auf einen Kampfverband schließen. Aufgrund der kurzen Nutzungszeit sind die Forscher nur auf wenige Fundstücke gestoßen. Das Lager sei in typisch römischer Bauweise angelegt worden, mit Wehrgräben, die unten spitz zulaufen. „Auch eine Toranlage am höchsten Punkt des Platzes können wir nachweisen“, sagte Ortisi. Der Fundort passe hervorragend in die Logik der römischen Strategie.

Seit der Entdeckung des Nachschublagers in Hedemünden bei Göttingen im Jahr 2003 ist das Leinetal als Aufmarschroute der Römer identifiziert worden. „Es muss ein vorheriges und auch ein weiteres Lager geben“, erklärte Stefan Winghart, Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege. Der Nachweis dieser Anlagen falle jedoch wegen der kurzen Besiedlungszeit extrem schwer. Die Großmacht Rom versuchte damals, ihre Präsenz in Germanien zu festigen. Mit der Varusschlacht im Jahr neun nach Christus fand diese wichtige historische Episode ein jähes Ende.

Die Wissenschaftler waren durch Luftbilder auf die Grabenstrukturen des Römerlagers in Wilkenburg aufmerksam geworden. „Es gibt Bewuchsmerkmale, die sich an der Oberfläche abzeichnen“, erläuterte Landesarchäologe Henning Haßmann. Wo früher Vertiefungen waren, wachse das Getreide etwas höher und sei grüner, das sehe man auch noch Tausende Jahre später. Die Wissenschaftler wollen nun in der Anlage nach weiteren Hinweisen suchen und möchten ein Forschungsprojekt anstoßen. Allerdings laufe derzeit ein Planfeststellungsverfahren für den Kiesabbau auf dem Gelände. Die Forscher möchten das Römerlager aber gern erhalten.
dpa

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