Opfer vor Krankenhaus abgelegt

Nach tödlichem Rocker-Streit vor Bordell: 80 Biker vom Gremium MC treffen sich zu Beerdigung in Bremen

  • Nala Harries
    vonNala Harries
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Nach einem Rocker-Streit in Vechta in Niedersachsen wird ein Mann mit einer Schusswunde vor dem Bassumer Krankenhaus abgelegt. Polizei sieht Verbindungen zum Rockermilieu.

  • In Vechta kam es am Sonntag zu einem tödlichen Vorfall mit mutmaßlichen Verbindungen ins Rockermilieu
  • Der vermeintliche Mörder rief selbst die Polizei. Die Beamten konnten bei ihm eine Schusswaffe sicherstellen
  • Besonders skurril: Das Opfer wurde rund 36 Kilometer vom Tatort vor einem Krankenhaus abgelegt

Update vom 24. Juni: Auf dem Friedhof an der Osterholzer Heerstraße in Bremen fand am Mittwoch ab 13.45 Uhr eine Beerdigung statt. Die Polizei registrierte im Umfeld etwa 80 anreisende Mitglieder des Rockerclubs Gremium MC und führte Kontrollen durch, teilen die Beamten aus Bremen in einem Bericht mit. Zudem setzten sie die Einhaltung der coronabedingten Abstands- und Hygienevorschriften durch und ahndeten einen Verkehrsverstoß. Auf Nachfrage bestätigte Nils Matthiesen von der Pressestelle der Polizei Bremen: „Dabei gab es Bezüge nach Vechta“. Die angereisten Rocker seien hauptsächlich aus dieser Region gekommen, gab er an. Womöglich handelte es sich bei dem Verstorbenen dann um den 31-Jährigen aus Barnstorf, der am Sonntag angeschossen und später leblos vor dem Bassumer Krankenhaus abgelegt worden war.

Insgesamt habe es bei dem Einsatz keine Zwischenfälle gegeben. Auch verbotene Gegenstände oder Vereinskutten konnten nicht festgestellt werden.

Ursprungsmeldung: Vechta/Bassum - In Niedersachsen kommt es immer mal wieder zu Zwischenfällen im Rocker-Milieu. Im Norden vertreten sind unter anderem sowohl die Hells Angels, als auch der Gremium MC und die Bandidos. Auch ein tödlicher Vorfall am Sonntag in Vechta, könnte vermutlich mit dem Rocker-Milieu in Verbindung gebracht werden, berichtet kreiszeitung.de*. Handelte es sich dabei vielleicht um eine Rache-Aktion? Der Fall überraschte außerdem mit besonderer Skurrilität, denn das Opfer wurde später rund 36 Kilometer vom Tatort entfernt, abgelegt vor einer Klinik in Bassum, gefunden.

Rocker: die Mitglieder einer ursprünglich aus den USA stammenden, motorradfahrenden Subkultur
Organisation: oft in Motorradclubs, sogenannten Motorcycle Clubs
Clubs in Niedersachsen: Hells Angeles MC, Gremium MC, Bandidos MC, Mongols MC
Anzahl der Clubs:mehr als 70

Zwischenfall in Vechta: Mutmaßlicher Täter ruft nach Schuss auf 31-Jährigen selbst die Polizei

Im Bereich eines Parkplatzes an der Bremer Straße in Vechta hatte jemand am Sonntagmorgen gegen 3.16 Uhr einen Schuss bemerkt und umgehend die Polizei alarmiert, teilt Nadine Luttmann von der Pressestelle der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta mit. Dieser jemand kam dem möglichen Tatverdächtigen wohl zuvor, denn der 40-Jährige aus Vechta meldete sich kurze Zeit später selbst bei den Beamten und teilte ihnen seinen Aufenthaltsort an einer Bank an der Oythener Straße mit. Als die Polizisten eintrafen, ließ sich der Mann völlig widerstandslos vorläufig festnehmen. Die Polizei konnte bei dem Mann zwar eine Schusswaffe als mutmaßliche Tatwaffe sicherstellen, von einer verletzten oder gar toten Person fehlte allerdings an der Bremer Straße jede Spur. Immer wieder versucht die Polizei mit Groß-Razzien in verschiedenen Bundesländern dem Rocker-Milieu auf die Spur zu kommen. Auch in Niedersachsen wurden Objekte im Kreis Vechta durchsucht.

Als die Polizisten eintrafen, ließ sich der Mann völlig widerstandslos vorläufig festnehmen (Symbolbild).

Der Fall sollte sich jedoch noch in der Nacht weiter auflösen. Knapp eine halbe Stunde später gegen 3.44 Uhr ging bei der Polizei nämlich die Meldung ein, dass vor dem Krankenhaus in Bassum an der Marie-Hackfeld-Straße eine verletzte Person liegen würde. Medizinische Angestellte haben dort einen leblosen 31-jährigen aus Barnstorf vorgefunden, der eine Schussverletzung aufwies. Unglücklicherweise konnte der Mann im Krankenhaus jedoch nicht mehr reanimiert werden. Das Skurrile: Zwischen dem mutmaßlichen Tatort in Vechta und dem Ablageort liegen rund 36 Kilometer. In Hemmelte unweit von Cloppenburg und Vechta versuchten es bereits die Bandidos einmal mit einer verrückte Schmuggel-Aktion.

Zwischenfall in Vechta: Polizei geht von Verbindungen ins Rockermilieu aus

Nach bisherigen Erkenntnissen hatten sowohl Täter als auch Opfer Verbindungen in das Rockermilieu, teilte die Polizei am Sonntag mit. Auf der Internetseite des Gremium MC wurde eine Traueranzeige veröffentlicht. Ob es sich dabei tatsächlich um das Opfer handelt, wollte die Polizei allerdings nicht bestätigen. Auch das Motiv des Tatverdächtigen sei bislang unklar. Zudem würden die Ermittlungen dazu und eventuellen weiteren beteiligten Personen noch andauern. Trotz des erhöhten Fahndungsdrucks der Polizei bleibt die Rockerszene seit Jahren in Niedersachsen aktiv.

Aber was ist jetzt eigentlich mit dem Tatverdächtigen? Die Staatsanwaltschaft Oldenburg stellte noch am Sonntag einen Antrag auf Untersuchungshaft gegen den 40-Jährigen, allerdings ist durch das Amtsgericht Oldenburg keine Untersuchungshaft angeordnet, da laut Angaben der Staatsanwaltschaft eventuell eine Notsituation vorlag und der Tatverdächtige möglicherweise angegriffen wurde. Der mutmaßliche Täter sei bis vor kurzem selbst noch Mitglied der Rockerbande MC Gremium gewesen und sah sich in Lebensgefahr, schreibt die Oldenburgische Volkszeitung. Am frühen Sonntagmorgen sollen Mitglieder des Rockerclubs ihn in Vechta überfallen und versucht haben, ihn aus dem Auto zu zerren. Dabei habe der 40-Jährige zur Waffe gegriffen und abgedrückt. Eine Obduktion des Opfers sei bereits angeordnet, in ein bis zwei Tagen könnten die Ergebnisse feststehen.

*kreiszeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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