Notfallpläne stehen bereits

Rettungsdienste in Niedersachsen am Limit: Omikron sorgt für Chaos

Zu sehen sind mehrere Einsatzwagen von Rettungsdiensten, darunter auch vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), die parken.
+
Rettungsdienste in Niedersachsen sehen sich mit der Herausforderung Omikron konfrontiert. Was tun, wenn zu viel Personal wegen einer Infektion und damit verbundener Quarantäne ausfällt? (Symbolbild)

Omikron ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Deswegen haben Rettungsdienste in Niedersachsen Notfallpläne ausgearbeitet. Halten sie der Corona-Welle stand?

Hannover/Vechta – Die Zahl an Corona-Neuinfektionen ist in ganz Deutschland ungebrochen groß. Nicht zuletzt die Omikron-Variante stellt allerhand auf den Kopf. Das zeigt allein ein Blick auf Niedersachsen und die Kreisstadt Vechta. Auch hier nehmen die Infektionen mit Omikron enorm zu. Laut dem NDR lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag, 10. Januar 2022, bereits über 450. Dies macht nicht zuletzt dem Rettungsdienst der Malteser schwer zu schaffen.

Katholische Hilfsorganisation:Malteser Hilfsdienst
Gründung:1953
Mitglieder:1.010.000 Mitglieder und Fördermitglieder (2018)
Geschäftsführung:Elmar Pankau
Rechtsform:eingetragener Verein
Beschäftigte:4109 (2020)

Omikron bereitet Rettungsdiensten in Niedersachsen Sorgen: Wie kann auf die Corona-Variante reagiert werden?

Grundsätzliche mache ihm diese Pandemie-Entwicklung große Sorgen, heißt es von Oliver Peters vom besagten Rettungsdienst. Eventuell müssen die entsprechenden Pläne im Hinblick auf die Corona-Situation schon ab Ende der zweiten Januarwoche 2022 umgesetzt werden. Doch was bedeutet das konkret?

Im angesprochenen Szenario müssten die Malteser als Reaktion auf Omikron in getrennten Gebäuden und Schichten arbeiten. Und das notfalls bis zu 24 Stunden lang. Und dennoch könnte es passieren, dass mehr als ein Viertel der Notfallsanitäter in Vechta ausfällt. Entweder, die Einsatzkräfte stecken sich an oder aber sie müssen sich in Corona-Quarantäne begeben. So lautet die Befürchtung von Peters.

Malteser in Vechta rechnen nicht mit Corona-Unterstützung von anderen Landkreisen – doch ehrenamtliche Helfer stehen bereit

Der Mann vom Rettungsdienst der Malteser in Niedersachsen rechnet auch nicht damit, dass im Corona-Notfall andere Landkreise Helfer schicken könnten. Vielmehr nehme Peters an, dass bald jeder Dienst mehr oder weniger auf sich allein gestellt sein könnte. Deshalb habe er schon über 50 Ehrenamtliche rekrutiert, die notfalls helfen sollen, den Rettungsdienst aufrechtzuerhalten – zumindest, so gut es geht.

Eine Situation, die sich auch in der Region Hannover und beim Rettungsdienst vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) laut NDR ähnlich gestalten würde. Nach Angaben einer Sprecherin würden hier sogar 550 ehrenamtliche Helfer für den Fall der Fälle bereitstehen.

Omikron stellt Rettungsdienste vor große Herausforderung: Wie werden personelle Ausfälle kompensiert?

Generell werden die Leitstellen vielerorts mittlerweile abgeschottet. Ein Beispiel hierfür stellt das ostfriesische Wittmund dar: Hier sind Besuche und Hospitationen nicht länger erlaubt. Zudem sind die entsprechenden Büros mit maximal einer Person besetzt. Der Rest der Belegschaft arbeitet im Home-Office.

Und das alles, damit sich Omikron in dieser Berufsgruppe nicht im großen Stil verbreiten kann. Immerhin: Sollte es durch die Infektion mit Omikron zu einer Quarantäne und daraus resultierend zu Ausfällen innerhalb der Belegschaft kommen, sind die Regeln und die Dauer dieser Corona-Isolierung zumindest angepasst worden.

Corona-Quarantänezeit wegen Omikron-Variante verkürzt: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will Betrieb von kritischer Infrakstruktur aufrechterhalten

Ein Beschluss, den das Bund-Länder-Treffen vom Freitag, 7. Januar 2022, ergeben hatte. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte sich zuvor für diesen nun erfolgten Schritt starkgemacht, damit die kritische Infrastruktur in Extremfällen nicht zu sehr und zu lange unter personellen Ausfällen leiden müsse.

Zur kritischen Infrastruktur werden beispielsweise Krankenhäuser und Kliniken, Feuerwehren, Stromversorger, aber eben auch Rettungsdienste wie die Malteser gezählt. Berufsgruppen, auf die es in der Corona-Pandemie mehr denn je ankommt. Und die durch die Omikron-Variante mal wieder vor eine große Herausforderung gestellt werden.

Corona-Zahlen in Niedersachsen: Mehr als 3000 Neuinfektionen – Sieben-Tage-Inzidenz steigt erneut an

Das zeigt auch der Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen für Niedersachsen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag, 11. Januar 2022, meldet, sind im nördlichen Bundesland binnen 24 Stunden 3267 Neuinfektionen zu verzeichnen. Dies sind 1715 Corona-Fälle mehr als am Vortag.

Zudem ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen erneut von 308,6 auf 322,4 Fälle pro 100.000 Einwohner angestiegen. In der Vorwoche belief sich dieser Wert noch auf 183,0. Darüber hinaus sind zehn weiter Menschen in Niedersachsen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Omikron-Symptome: Diese Anzeichen sprechen für Corona-Infektion

Omikron-Symptome: Diese Anzeichen sprechen für Corona-Infektion

Omikron-Symptome: Diese Anzeichen sprechen für Corona-Infektion
Neustrukturierung in Niedersachsen: Bis zu 40 Kliniken droht Schließung

Neustrukturierung in Niedersachsen: Bis zu 40 Kliniken droht Schließung

Neustrukturierung in Niedersachsen: Bis zu 40 Kliniken droht Schließung
Autoscheibe freikratzen – dafür droht hohes Bußgeld

Autoscheibe freikratzen – dafür droht hohes Bußgeld

Autoscheibe freikratzen – dafür droht hohes Bußgeld
Ex-Freund mit japanischem Kurzschwert getötet und auf Friedhof verscharrt

Ex-Freund mit japanischem Kurzschwert getötet und auf Friedhof verscharrt

Ex-Freund mit japanischem Kurzschwert getötet und auf Friedhof verscharrt

Kommentare