Coronavirus

Delta-Variante in Urlaubsländern: Hier gibt es sie schon

Die Bundesärztekammer warnt vor riskanten Reisezielen: Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich bereits in vielen Urlaubsländern aus.

Hannover – Die Bundesärztekammer rät von Reisen in Urlaubsgebiete ab, in denen die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus grassiert. „Auf Reisen in Regionen, die von der Delta-Variante besonders betroffen sind, sollte verzichtet werden“, sagte Präsident Klaus Reinhardt der Funke Mediengruppe am Dienstag, 22. Juni. Er räumte ein, dass für viele Menschen der Urlaub nach den Belastungen der vergangenen Monate wichtig für das seelische Gleichgewicht sei. „Notwendig ist aber die Einhaltung der Hygieneregeln auch im Urlaubsort.“

Corona-Infektionen in Deutschland am 22. Juni:3.722.782
Differenz zum Vortag: 455
Fälle in den letzten 7 Tagen:6.665
7-Tage-Inzi­denz:8
Todes­fälle:90.472

Die zunächst in Indien nachgewiesene Delta-Variante verbreitet sich inzwischen in vielen Ländern rasant. Auch in Bremen und Niedersachsen häuft sie sich, ebenfallls wie in Hamburg*. Als gesichert gilt, dass sie deutlich ansteckender ist als alle anderen bekannten Varianten. Nun steigen die Infektionszahlen mit der Virus-Variante auch in Europa.

In Deutschland etwa wurde die Virus-Mutation nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zuletzt bei über sechs Prozent der Neuinfektionen mit dem Coronavirus entdeckt, die Tendenz ist steigend. In anderen EU-Ländern liegt der Anteil schon deutlich höher. Bisher war eine Corona-Erkrankung immer an ähnlichen Symptomen zu erkennen - auch bei Virus-Mutationen. Die Delta-Variante scheint sich aber etwas anders zu äußern.

Ärzte warnen: Delta-Variante des Coronavirus werde sich auch in Deutschland durchsetzen

Reinhardt schloss sich den Prognosen der meisten Experten an, dass die Delta-Variante sich mittelfristig auch hierzulande gegen die Alpha-Mutante durchsetzen wird. Man könne auch davon ausgehen, dass die Infektionszahlen zum Ende des Sommers saisonbedingt wieder ansteigen werden.

Ob es zu einer vierten Pandemie-Welle in Deutschland komme, hänge wesentlich vom Fortschritt der Impfkampagne ab. Es sei zudem zu erwarten, dass es auch bei einem Wiederanstieg der Infektionszahlen weniger schwere Krankheitsverläufe geben werde, weil insbesondere vulnerable Gruppen wie alte Menschen und solche mit Vorerkrankungen durch Impfungen besser geschützt seien. Er riet dazu, dass alle Erwachsenen deswegen die Impfangebote wahrnehmen und auch fristgerecht die notwendigen Zweitimpfungen vornehmen lassen sollten.

Delta-Variante des Coronavirus: Portugal am meisten betroffen

In mehreren europäischen Ländern bereitet aktuell die Delta-Variante Probleme. In Portugal macht die Corona-Mutation mittlerweile 80 Prozent aller Corona-Fälle aus. Die Corona-Inzidenz liegt bei etwa 75 Fällen pro 100.000 Einwohner pro Woche. Das größte Infektionsgeschehen gibt es in Lissabon. Am Wochenende wurde die Stadt von der Regierung abgeriegelt. Den Tourismus will Portugal jedoch bislang nicht einschränken. Nach der Einreise aus Deutschland gilt keine Quarantäne. Es ist jedoch ein negativer PCR-Test oder ein negativer Antigen-Test nötig.

In Spanien ist die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt leicht angestiegen und liegt mittlerweile bei knapp über 50. Die Delta-Mutation wurde bei jeder zehnten Neuinfektion mit Corona nachgewiesen, auch hier ist die Tendenz steigend. Die Lage ist aber längst nicht so brisant wie im Nachbarland Portugal. Auch hier gibt es keine Überlegungen, den Tourismus einzudämmen. Die Einreise nach Spanien ist aus Deutschland ohne großen Aufwand möglich.

Wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus ist Lissabon für zweieinhalb Tage abgeriegelt.

Die Corona-Lage in Frankreich ist entspannt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei rund 25, Tendenz sinkend. Die Delta-Variante hat einen Anteil von lediglich 8,4 Prozent. Wer nach Frankreich reisen möchte, muss einen maximal 72 Stunden alten Corona-Test vorlegen, eine Impfung oder vollständige Genesung nachweisen.

In Österreich tritt die Virus-Mutation deutlich öfter auf. Laut der Wissenschaftsinitiative GISAID sind mittlerweile ein Viertel aller Neuinfektionen auf die Delta-Variante zurückzuführen. Die 7-Tage-Inzidenz ist mit knapp über 10 in Österreich allerdings sehr niedrig. Bei einer Einreise müssen ein negativer PCR- oder ein negativer Antigen-Test vorgelegt werden.

Delta-Variante des Coronavirus: So ist die Lage am Mittelmeer

In Griechenland ist die Sieben-Tage-Inzidenz in den vergangenen Wochen deutlich gesunken, mittlerweile auf unter 35. Bisher gibt es auch keinen nachgewiesenen Fall der Delta-Variante des Coronavirus, was auch daran liegen kann, dass Griechenland nur wenige Corona-Fälle auf Mutationen untersucht. Seit dem Wochenende gilt das Land nicht mehr als Corona-Risikogebiet. Quarantänemaßnahmen entfallen nach der Rückkehr. Einreisende müssen einen negativen Corona-Test vorlegen.

Kellner bedienen in einem Café in der Türkei wieder Menschen, nachdem die Corona-Maßnahmen gelockert wurden.

In der Türkei liegt die Corona-Inzidenz bei knapp unter 50. Laut GISAID wurde die Delta-Mutation in der Türkei zuletzt nur bei knapp zwei Prozent der Corona-Fälle nachgewiesen. Auch hier ist unklar, wie aussagekräftig diese Zahl ist. Die Türkei bleibt ein Corona-Risikogebiet. Reisende, die aus der Türkei nach Deutschland zurückkehren, müssen sich also zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Die Quarantäne kann über den Nachweis einer vollen Impfung, einer Genesung oder eines negativen Coronatests sofort beendet werden.

Die Corona-Lage in Italien ist sehr entspannt. Die 7-Tage-Inzidenz liegt nur knapp über 13. Die Delta-Variante des Coronavirus machte zuletzt nur 5,4 Prozent der untersuchten Coronafälle aus. Einreisende nach Italien müssen einen negativen Corona-Test vorlegen. Wer das nicht tut, muss für zehn Tage in Isolation. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © Pedro Fiuza/ dpa

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