In Schwanewede

Rechtsextreme patrouillieren vor Flüchtlingsunterkunft

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Rund tausend Flüchtlinge sind in der Schwaneweder Kaserne untergebracht.

Schwanewede - Rechtsextreme patrouillieren vor Flüchtlingsunterkunft Das BKA warnt vor fremdenfeindlicher Gewalt gegen Flüchtlinge. In Schwanewede patrouillieren seit einiger Zeit Rechtsextreme durch die Straßen. Passiert ist noch nichts. Doch die Bürger fühlen sich bedroht.

Mit Taschenlampen laufen Rechtsextreme seit einiger Zeit abends in Schwanewede vor der Flüchtlingsunterkunft und im Ort Streife. „Wir schauen uns das ganz genau an“, sagte Polizeisprecher Helge Cassens am Donnerstag. Auch der Verfassungsschutz beobachtet die Gruppe, die seit Anfang Oktober in unregelmäßigen Abständen durch die Gemeinde nahe Bremen patrouilliert - angeblich um die Einwohner zu schützen. Gerüchte, dass Flüchtlinge in Schwanewede kriminell geworden sein sollen, weisen Polizei und Bürgermeister vehement zurück. Rund 1000 Asylbewerber leben seit September in einer alten Kaserne in dem rund 20 000 Einwohner-Ort. In einer geschlossenen Facebook-Gruppe werden nach Medienberichten seitdem Gerüchte über Flüchtlinge geschürt und zu den abendlichen Rundgängen aufgerufen. „Deren Organisation findet jedoch auch auf anderem Wege statt“, sagte Cassens.

Bis zu zehn Leute beteiligen sich seinen Angaben nach jeweils daran, darunter auch bekannte Rechtsextreme aus der Region. Diese versuchten auf diese Weise Einfluss auf die politische Stimmung zu nehmen, sagte Anke Klein vom niedersächsischen Verfassungsschutz. „Die Rechtsextremen nutzen schon länger das Thema Flüchtlinge und Asyl für ihre propagandistischen Zwecke.“ Die Polizei sieht die Rundgänge deshalb sehr kritisch. „Was passiert, wenn beispielsweise Bürgerwehren auf Flüchtlinge treffen oder auf politisch Andersdenkende? Es können sich dann gefährliche Situationen ergeben“, sagte Cassens. Bisher sei in Schwanewede noch nichts passiert. Die Polizei will im Einzelfall aber prüfen, ob sie gegen die Gruppe vorgeht. Die Personalien einiger Teilnehmer hat sie bereits festgestellt.

Auch die Bürger in Schwanewede würden die Streifzüge als Bedrohung empfinden, sagte Bürgermeister Harald Stehnken (SPD). „Ich kenne keinen aus dem Ort, der daran teilnimmt. Das sind Fremde.“ Seitdem die Flüchtlinge in Schwanewede sind, ist die Zahl der Straftaten im Ort nach Angaben der Polizei nicht gestiegen. „Wir haben bisher keine schlechten Erfahrungen mit den Flüchtlingen gemacht“, sagte Stehnken. Er hofft, dass sich die selbst ernannte Bürgerwehr bald von selbst abschafft. „Die Bürger wollen die nicht haben.“ dpa

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