Expertin: Rechtsextreme Frauen eine unterschätzte Gefahr

Sie wirken im Hintergrund und geben ihre Einstellungen subtil weiter. Rechtsextreme Frauen stellen nach Einschätzung der Oldenburger Gleichstellungsbeauftragten eine unterschätzte Gefahr dar.

Rechtsextreme Einstellungen sind bei Frauen genauso häufig wie bei Männern. Allerdings wählen viele Frauen nicht entsprechend und treten auch nicht aktiv für ihre Überzeugungen ein, wie die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg, Wiebke Oncken, im Vorfeld des Fachtages „Frauen im Rechtsextremismus“ erläuterte. „Die Frauen werden nicht wahrgenommen. Das ist ein großes Risiko für die Gesellschaft. Die Gefahr wird unterschätzt.“ Nach dem jüngsten Verfassungsschutzbericht gibt es in Niedersachsen mehr als 1400 rechtsextreme Menschen. Oncken schätzt die Zahl der Frauen darunter auf knapp 300.

Unter den Wählern rechtsextremer Parteien sind Oncken zufolge rund ein Drittel Frauen. Einen noch deutlicheren Unterschied zwischen den Geschlechtern gebe es mit Blick auf rechtsextreme Gewalttaten. „Sie werden hauptsächlich von Männern ausgeübt“, sagte die Mitorganisatorin des Fachtages. Der Anteil der Täterinnen liege laut verschiedenen Studien bei bis zu zehn Prozent. Untersuchungen zeigten, dass Frauen eher an der Vorbereitung statt an der Ausführung von Gewalttaten beteiligt sind und daher auch seltener strafrechtlich belangt werden. Genaue Zahlen seien allerdings schwer zu bekommen. Selbst der Verfassungsschutz trenne nicht nach Geschlechtern.

Oncken verwies darauf, dass viele Frauen in der rechten Szene eher unterstützend wirken. „Sie sind nach außen nicht so präsent“, sagte Oncken. „Frauen drängen sich bewusst nicht so sehr in den Vordergrund, damit sie die Partei gesellschaftsfähiger machen können. Sie verbreiten ihre Einstellung subtil.“ Viele der Frauen seien im sozialen Bereich tätig - in Kitas, in Schulen, als Sozialarbeiterinnen. Sie versuchten ihre Einstellungen an Kinder und Jugendliche weiterzugeben.

Der Fachtag, den die Stadt Oldenburg und das Wolfsburger Zentrum Demokratische Bildung organisieren, soll aufklären. „Gemeinhin gelten Rechtsextreme als jung und männlich, die Rolle von Frauen hat in dieser Szene bisher kaum Erwähnung gefunden“, teilte der Oldenburger Oberbürgermeister, Jürgen Krogmann, mit. Die Veranstaltung am kommenden Donnerstag sei ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung rechtsextremer Tendenzen in unserer Gesellschaft.

dpa

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