Realschullehrer warnen vor Qualitätsverlust

Bad Salzdetfurth - Niedersachsens Realschullehrer laufen Sturm gegen die von der Landesregierung eingeführte Möglichkeit zur verstärkten Kooperation von Haupt- und Realschulen.

Dadurch werde der „Realschulbildungsgang ernsthaft qualitativ gefährdet“, sagte der Landeschef des Verbands Deutscher Realschullehrer (VDR), Manfred Busch , am Donnerstag beim Landesrealschultag in Bad Salzdetfurth. Der VDRforderte eine Überarbeitung des Erlasses, nach dem Haupt- und Realschulen neuerdings bis zur 7. Klasse bis auf die Hauptfächer gemeinsam Unterricht erteilen können. Dies helfe nur dem Land, um Lehrerstellen zu sparen, sagte Busch.

Gleichzeitig würden Klassen jedoch zu groß, um eine vernünftige Förderung zu gewährleisten. Vor allem in ländlichen Gebieten gehen die Schülerzahlen an den Hauptschulen immer mehr zurück. Zudem schickten laut Busch viele Eltern ihre Kinder ohne entsprechende Empfehlung doch auf Realschulen. Die Probleme der Hauptschulen dürften jedoch auf keinen Fall zu einem zweigliedrigen Schulsystem führen, mahnte der VDR. „Das geht auf Dauer nicht gut, das lehnen wir ab. Die Zweigliedrigkeit führt über kurz oder lang zum Einschulsystem“, sagte Busch. „Die Hauptschule ist nicht tot.“

dpa

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