Haftbefehl vollstreckt

Razzien gegen Schleuser

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Die Bundespolizei hat am Mittwoch mehrere Wohnungen durchsucht.

Hannover - Am frühen Mittwochmorgen sind Beamte der Bundespolizei gegen mehrere mutmaßliche Schleuser vor allem in Wilhelmshaven vorgegangen.

Insgesamt wurden vier Wohnungen in Wilhelmshaven sowie eine weitere Wohnung in Stolberg bei Aachen (Nordrhein-Westfalen) durchsucht, wie die Polizei mitteilt. Gegen den 27-jährigen Hauptbeschuldigten konnte zudem ein Haftbefehl vollstreckt werden.

Die insgesamt vier Beschuldigten im Alter von 25 bis 28 Jahren stehen im Verdacht, ausländische Staatsangehörige ohne den für die Einreise und den Aufenthalt im Bundesgebiet erforderlichen Aufenthaltstitel auf dem Landweg nach Deutschland verbracht und auf diese Weise Vermögensvorteile erlangt zu haben. 

Schleusen in die Bundesrepublik

Die Beschuldigten sollen dabei von Dritten Aufträge zur Schleusung von Ausländern angenommen haben, die bereits die Außengrenze der Europäischen Union überwunden hatten, aber die Weiterreise in die Bundesrepublik Deutschland anstrebten. 

Der Hauptbeschuldigte soll dann die Abholung der Ausländer, unter anderem aus Ungarn und Italien, vorbereitet und koordiniert haben. Zwei Beschuldigte sollen die Fahrten durchgeführt haben und dafür einen Teil ihres Schleuserlohns erhielten. In einem Fall konnte ein in Stolberg wohnender Beschuldigter als Auftraggeber ermittelt werden, der die eingeschleusten Personen nach der Einreise von den Schleuserfahrern übernommen haben soll.

Da die Beschuldigten nach polizeilichen Erkenntnissen Zugriff zu Schusswaffen haben, wurde der Einsatz mit Unterstützung von Spezialkräften der Bundespolizei durchgeführt.

Neben der Sicherung von Beweismitteln bestand das Ziel des Einsatzes auch in der Zerschlagung der Täterstrukturen, um weitere Einschleusungen zu verhindern. Zudem wurden Maßnahmen zur Sicherung kriminell erlangter Vermögensvorteile ergriffen.

Bei den Durchsuchungen wurden 17 Patronen 9 mal 19 Millimeter, etwa 22.000 Euro, ein Laptop, ein Tablet Computer, diverse Schriftstücke sowie neun Mobiltelefone aufgefunden und sichergestellt. 

Die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Hamburg ermittelt seit Juli 2016 in diesem Verfahren. Insgesamt 110 Beamte der Bundespolizei waren im Einsatz. 

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