Weil Mieter Müll vom Balkon werfen

Ratten-Invasion belagert ganze Hochhaussiedlung – selbst bei Tag

Der Stadtteil Köln-Meschenich ist ein gefundenes Fressen für Ratten: Dort werfen Anwohner einfach ihren Müll vom Balkon. Nun entwickelt sich eine Ratten-Invasion.

Köln – Meschenich hat ein Rattenproblem. Während andernorts die Hochhausbewohner nach Corona-Quarantäne wieder auftatmen können* , haben die Mieter der Hochhaus-Siedlung eines Stadtteils im Kölner Süden ganz andere Sorgen: Ratten sorgen vor allem am Kölnberg für tierischen Ärger – und auch nicht wenige Menschen. Denn die schmeißen einfach ihren Müll vom Balkon. Mit Folgen!

Stadtteil Meschenich
Stadtbezirk Rodenkirchen
StadtKöln
Einwohner7.961 (Stand: 31. Dez. 2019)

Weil Ratten in der Gegend rund um den Hochhauskomplex so immer wieder genug Müll finden, um sich satt zu fressen, werden die Nager immer mehr. Mittlerweile laufen sie sogar tagsüber völlig angstfrei über das Gelände am Kölnberg. Wären Hochhauskomplexe in den vergangenen Monaten nicht immer wieder Hotspots für Corona-Ausbrüche, wäre wohl kaum eine schlimmere Plage denkbar als eine derartige Ratteninvasion.

Rattenplage: Stadt Köln überwacht die Situation, kann aber nicht eingreifen

Die Stadt Köln ist natürlich nicht erfreut und überwacht die Situation, wie „Bild“ berichtet. „Die geschilderte Situation ist sicherlich unhaltbar“, sagt Stadtsprecher Robert Baumanns. Eingreifen kann die Stadt allerdings nicht so einfach. „Die Stadt Köln darf auf Privatgelände nicht tätig werden, überwacht und kontrolliert jedoch die Ratten-Population rund um das private Gelände auf städtischem Grund“, erklärt Baumanns. In Hamburg gibt es wegen des Coronavirus ebenfalls eine Rattenplage.*

Die Hochhaussiedlung am Kölnberg im Kölner Problem-Stadtteil Meschenich.

Köln: Kita wegen Rattenplage bereits geschlossen

Das Ratten-Problem ist im sozialen Brennpunkt Köln-Meschenich nicht neu. Bereits 2015 musste eine Kita am Kölnberg geschlossen werden, weil immer wieder Menschen Müll direkt auf das Kita-Gelände warfen. Das zog massenweise Ratten an. Vom „Rattenkrieg“ kann nicht nur die Metropole New York* ein Liedchen singen, auch Frankfurt machen die Nager ganz rattig.*

Laut Kölns Stadtsprecher müsse die Hausverwaltung der Hochhaussiedlung tätig werden. Sie wurde bereits aufgefordert, Maßnahmen zur Rattenbekämpfung zu ergreifen und auch den organischen Müll zu entfernen, damit die Nager keine Nahrung mehr finden. Es gibt aber auch beliebte Ratten: In Kambodscha hat eine Minensuch-Ratte einen Orden bekommen.

Gesundheitsamt Köln hat Rattenproblem im Blick

Dias Gesundheitsamt von Köln will die Situation rund um den Kölnberg nochmal genau unter die Lupe nehmen. Allerdings dürften selbst die effizientesten Maßnahmen zur Rattenbekämpfung nichts nützen. wenn Mieter weiterhin ihren Müll vom Balkon werfen. Solange die Nagetiere etwas zum Fressen finden, werden sie in Scharen angelockt. Auch Tauben, die „Ratten der Lüfte“, sollte man auf keinen Fall mit Futter* anlocken.

„Wenn man hier abends raus geht, laufen die Ratten dann im Hausflur rum“

Auch eine Anwohnerin des Kölnbergs bestätigt den Grund für die Rattenplage. Ständig würden Müllbeutel aus den Hochhäusern auf die Wiese geworfen, erzählt die 56-jährige Dagmar dem „Express“. „Das höre ich, wenn sie unten dann aufklatschen“, so die Kölnerin. „Wenn man hier abends rausgeht, laufen die Ratten dann im Hausflur rum und vor der Tür muss man aufpassen, dass man nicht auf die Nager drauf tritt“. Das wird in tierischer Dramatik wohl nur durch eins übertroffen: Neulich wurde ein Wolf bei seiner nächtlichen Wanderung durch Köln* gesehen.

So schlimm wie jetzt seien die Zuständen mit den Ratten noch nie gewesen, weiß die 56-Jährige, die seit 21 Jahren am Kölnberg wohnt. Na, hoffentlich kommt kein Wolf dazu. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt via www.imago-images.de

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