Muslimischer Fastenmonat bis 12. Mai

Ramadan beginnt – und steht wieder unter Einfluss der Coronakrise

Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem die Coronakrise den islamischen Ramadan maßgeblich beeinflusst. Wie feiern Muslime den Fastenmonat?

Niedersachsen – Für mehr als eine Viertelmillion Muslime in Niedersachsen beginnt am Dienstag der Ramadan. Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem der Fastenmonat unter Einschränkungen der Coronakrise steht. „Leider können wir den Ramadan auch in diesem Jahr nicht so begehen, wie wir das in den vergangenen Jahren gewohnt waren: mit gemeinsamen Gesprächen zum abendlichen Fastenbrechen oder mit einem Abschlussfest im Garten des Gästehauses der Landesregierung“, so Ministerpräsident Weil. Die Corona-Pandemie stelle weiterhin eine große Belastungsprobe für alle dar.

Nach Sonnenuntergang wird das tägliche Fasten mit dem Iftar im Kreise der Familie gebrochen.

Der Ministerpräsident dankte den Muslimen für ihr umsichtiges Verhalten und äußerte die Hoffnung auf wieder mehr Freiheiten bei der Religionsausübung, wenn vom Sommer an viele Menschen gegen Covid-19 geimpft seien. Auch die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf (SPD), betonte, dass es sicher schwierig sei, auf die allabendlichen Einladungen zum gemeinsamen Fastenbrechen zu verzichten. „Aber auch dieses Jahr gilt die Devise, soziale Nähe zu zeigen, indem man räumlichen Abstand wahrt.“

Fest des Fastenbrechens schließt Ramadan ab

Der Ramadan beginnt in diesem Jahr am 13. April und endet am 12. Mai, er ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Gläubige Muslime in aller Welt fasten vier Wochen lang. Essen oder trinken sind im Fastenmonat tagsüber tabu, auch Rauchen und Sex. Erst nach Sonnenuntergang wird das tägliche Fasten gebrochen und gegessen und getrunken. Am Ende des Monats beginnt das dreitägige Fest des Fastenbrechens, das den feierlichen Abschluss des Ramadans markiert. Das Fest des Fastenbrechens ist nach dem Opferfest der zweithöchste islamische Feiertag.

Muslime beten am Vorabend des heiligen Fastenmonats Ramadan während des Abendgebets „tarawih“ in einem muslimischen Gemeindezentrum.

Der Fastenmonat wird traditionell mit gemeinsamen Gebeten in der Moschee und dem abendlichen Fastenbrechen, dem sogenannten Iftar, mit Freunden und Familie begleitet. „Wir verzichten neben dem gebotenen Fasten während des Tages nicht auf die Verrichtung der zusätzlichen Gebete, denn diese werden wir wie im Vorjahr auch in unseren Häusern und Wohnungen durchführen, im engsten Kreis der Familie“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek. „Wir machen neben unseren Moscheen nun unsere Wohnungen zu den Orten der Anbetung Gottes.“

Doch wegen der Corona-Pandemie werde das allabendliche Fastenbrechen wohl hauptsächlich im engsten Familienkreis stattfinden. Und bei Gottesdiensten werde beispielsweise auch auf Online-Predigten zurückgegriffen. „Wir müssen auch abwarten, was von der Politik in Sachen Corona-Regeln weiter entschieden wird“, sagte Kaymakci.

Ramadan-Grußbotschaft von Deutscher Bischofskonferenz

Das Fasten biete gläubigen Menschen die Möglichkeit, den gewohnten Alltag zu unterbrechen, sich zu überprüfen und sich neu auf Gott auszurichten, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, in einer Grußbotschaft anlässlich des Ramadan. Gleichzeitig sei die Zeit des Fastens auch eine Zeit der Gemeinschaft – im familiären wie im öffentlichen Bereich.

In der Pandemie müsse jedoch auf viele vertraute und liebgewonnene Traditionen verzichtet werden. „Weder die Festtage noch die Zeiten des Alltags sind so wie wir sie kennen“, sagte Bätzing. „Diese Erfahrung verbindet Christen und Muslime in unserem Land. Doch uns verbindet auch die Hoffnung auf bessere Zeiten.“ Schon 2020 stand der Ramadan im Zeichen von Corona. Zum Abschluss des Fastenmonats hatten sich beispielsweise Hunderte Gläubige zum Beten nicht in der Moschee getroffen, sondern an öffentlichen Orten, um die Abstandsregeln einzuhalten.

Rubriklistenbild: © imago

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt

Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt

Meistgelesene Artikel

Inzidenz in Niedersachsen steigt deutlich - Land will Corona-Stufenplan mit Tanzverbot anpassen

Inzidenz in Niedersachsen steigt deutlich - Land will Corona-Stufenplan mit Tanzverbot anpassen

Inzidenz in Niedersachsen steigt deutlich - Land will Corona-Stufenplan mit Tanzverbot anpassen
„Zweite Erde“ im Weltall entdeckt: Lebensfreundlicher Planet mit Sonnenstern

„Zweite Erde“ im Weltall entdeckt: Lebensfreundlicher Planet mit Sonnenstern

„Zweite Erde“ im Weltall entdeckt: Lebensfreundlicher Planet mit Sonnenstern
Johnson & Johnson weniger wirksam gegen Delta-Variante als Biontech

Johnson & Johnson weniger wirksam gegen Delta-Variante als Biontech

Johnson & Johnson weniger wirksam gegen Delta-Variante als Biontech
Nächstes Tief angekündigt – kräftiges Unwetter auch im Norden erwartet

Nächstes Tief angekündigt – kräftiges Unwetter auch im Norden erwartet

Nächstes Tief angekündigt – kräftiges Unwetter auch im Norden erwartet

Kommentare