Das planen niedersächsische Städte

Gemeinsam, nicht einsam: Public Viewing zur WM 

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Public Viewing könnte auch zur WM 2018 wieder der Hit werden.

Hannover - Während der Fußballweltmeisterschaft in Russland können die Fans in Niedersachsen die Spiele wieder gemeinsam schauen.

Viele Veranstalter von Public Viewings sehen aber einen rückläufigen Trend und ein finanzielles Risiko. Oft wird deshalb darauf gesetzt, dass Deutschland möglichst weit kommt.

Größere Events mit Platz für mehrere Tausend Besucher sind etwa Göttingen, Oldenburg und Braunschweig geplant. In Göttingen werden die Spiele der Nationalmannschaft wieder in die historischen Lokhalle übertragen.  In der zur Veranstaltungsarena umfunktionierten Halle finden bis zu 5500 Fans Platz, die die Partien auf einer 110 Quadratmeter großen Leinwand verfolgen können. 

„Die überragenden Buscherzahlen wie bei der WM 2006 in Deutschland sind aber nicht mehr realisierbar“, sagt Veranstalter Lutz Renneberg. Das liege auch an der Technik, die es vielen ermöglicht, die Spiele privat etwa über einen Beamer zu schauen.

Sicherheitsanforderungen machen Großveranstaltungen komplex

Anderseits seien auch die Sicherheitsanforderungen kompliziert und erforderten zusätzlichen Aufwand für Veranstaltungen im Freien. „Da haben wir mit der Halle und einem bewährten Sicherheitskonzept einen kleinen Vorteil“, sagte Renneberg. 

In Oldenburg kommen WM-Fans vor der EWE-Arena unter freiem Himmel in Public-Viewing-Genuss. „Wir übertragen jedes Spiel mit deutscher Beteiligung, auch die Vorrundenspiele“, sagte Johann de Boer von der Veranstaltungs-Service GmbH (OVS). Platz ist dort für rund 5000 Gäste. 

Für ein zentrales Public Viewing entsteht in der Braunschweiger Innenstadt eine Arena für bis zu 3000 Personen. Dort werden nach Angaben vom Stadtmarketing auf einer rund 20 Quadratmeter großen LED-Wand alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie das Finale übertragen - gegebenenfalls auch ohne deutsche Beteiligung.

Tausende Besucher in Hannover möglich

Auch in Ostfriesland lassen sich die Spiele der Deutschen Nationalelf kollektiv verfolgen. In Leer und in Emden werden an öffentlichen Plätzen Bildschirme zur Übertragung aufgebaut. Das Kulturzentrum Pumpwerk in Wilhelmshaven will ebenfalls Public Viewing anbieten.

In der Landeshauptstadt Hannover wird es ein Public Viewing für bis zu 1000 Besucher am Lindener Marktplatz geben. Auch auf dem Schützenfest, das während der WM gefeiert wird, können die Spiele auf Monitoren und auf einer Großbildleinwand angeschaut werden. 

An der Swiss Life Hall und an der Gilde Parkbühne wird es diesmal keine größeren Events geben. Mit freiem Eintritt seien solche Veranstaltungen aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr rentabel, erklärte Karsten Seifert, Sprecher des Veranstalters Hannover Concerts.

Resonanz steigt von Spiel zu Spiel

Zudem zeigten viele Biergärten, Clubs mit Außengelände und auch Kirchengemeinden die WM-Spiele oder die Leute schauten mit Freunden gemütlich im eigenen Garten. „Viele gucken lieber in Ruhe Fußball“, beschreibt Seifert. Diesen Trend beobachtet auch Fan-Forscher Gunter Pilz (Interview).

Insgesamt fallen die Veranstaltungen in Hannover nun deutlich kleiner aus als bei der WM in Brasilien vor vier Jahren. Damals feierten fast 10.000 Fans allein beim Public Viewing im Gildepark. Beim Endspiel zitterten insgesamt 30.000 Menschen beim Public Viewing mit der deutschen Nationalmannschaft mit. Nach dem Abpfiff setzte sich am Steintor in Hannover ein großer Autokorso in Bewegung.

Nach Auffassung des Fan-Forschers Gunter Pilz müssen die Veranstalter mit weniger Resonanz als bei früheren Turnieren rechnen und auf deutsche Erfolge hoffen. Der Wunsch, die Spiele gemeinsamen zu schauen, hänge wesentlich davon ab, wie weit das deutsche Team kommt, sagte Pilz.

dpa

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