20 Behandlungsplätze

Neue Abteilung für psychisch kranke Jugendstraftäter in Hameln

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Neue Abteilung in der Jugendanstalt Hameln

Hameln - Psychiater therapieren künftig psychisch kranke Jugendstraftäter in Niedersachsen direkt im Gefängnis. Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) eröffnete am Dienstag in der einzigen Jugendanstalt des Landes in Hameln eine psychiatrische Abteilung mit 20 Behandlungsplätzen.

Bisher kümmerten sich dort Psychologen und Allgemeinmediziner um die jungen Leute oder sie wurden ambulant in ein psychiatrisches Krankenhaus geschickt. 

Justizministerin Niewisch-Lennartz sagte, es sei wichtig, dass psychisch kranke Häftlinge genauso gut behandelt würden wie andere Betroffene. "Nicht nur die Gefangenen werden davon profitieren, sondern die gesamte Gesellschaft." 

Neue Abteilung in der Jugendanstalt Hameln

Das Justizministerium hofft, dass Straftäter nach einer Therapie seltener rückfällig werden, wenn sie aus dem Gefängnis entlassen werden. Das neue Fachpersonal kostet pro Jahr 990 000 Euro, der Gebäudeumbau 1,9 Millionen Euro. Rund 20 Prozent aller Insassen in niedersächsischen Justizvollzugsanstalten sind Studien zufolge psychisch krank und benötigen eine Therapie.

30 weitere Plätze gefordert

Verglichen mit der ganzen Bevölkerung leiden Häftlinge damit häufiger an so einer Erkrankung. Bisher behandelten Psychiater in niedersächsischen Gefängnissen nur erwachsene Straftäter und zwar in Oldenburg, Sehnde bei Hannover und in Lingen. Insgesamt gab es dort Plätze für 43 psychisch kranke Häftlinge. 

Eine Expertenkommission fordert nach Angaben der Sprecherin des Justizministeriums noch mindestens 30 weitere Plätze. Für Jugendliche sei der Bedarf mit den neuen Plätzen gedeckt.

dpa

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