Prozess um Missbrauch im Sportverein geplatzt

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Der Prozess vor dem Landgericht Lüneburg um Missbrauchsfälle in einem Sportverein ist geplatzt.

Lüneburg - In einem Lüneburger Sportverein sollen drei Jungs missbraucht worden sein. Vor Gericht steht ein 26 Jahre alter Trainer. Am Donnerstag sollte das Urteil fallen, doch es kam anders.

Der Prozess vor dem Landgericht Lüneburg um Missbrauchsfälle in einem Sportverein der Hansestadt ist geplatzt und muss neu aufgerollt werden. Das hat die 1. Jugendkammer am Donnerstag beschlossen. Die ursprünglich bis dahin angesetzten sieben Verhandlungstermine hätten nicht ausgereicht, hieß es zur Begründung. Weil einer der drei Richter in den kommenden Monaten nicht zur Verfügung steht, muss der Prozess nun von vorne beginnen.

Verantworten muss sich der Trainer eines Lüneburger Sportvereins. Dem 26-Jährigen wird vorgeworfen, zwei Kinder und einen Jugendlichen missbraucht zu haben. Er soll die Jungs auch auf Ausflügen in Norddeutschland und im Rheinland missbraucht haben. Insgesamt wirft ihm die Staatsanwaltschaft 71 Taten vor, darunter schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, von Schutzbefohlenen und von widerstandsunfähigen Personen. Auch wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung ist der 26-Jährige angeklagt.

Eines der Opfer galt als Autist. Nun könnte der Junge aber nach Erkenntnissen des medizinischen Gutachters auch an einer anderen Störung des Sozialverhaltens leiden. Hier hält die Kammer weitere Untersuchungen für erforderlich. Möglicherweise müsse ein weiterer Experte hinzugezogen werden. Der Trainer hatte eingeräumt, den Jungen mehrfach missbraucht zu haben. Er sprach aber von einvernehmlichem Sex. Andere Vorwürfe wies er zurück. So ging das Gericht nur von einem Teilgeständnis aus. Bei der ursprünglichen Terminierung sei die Kammer aber von einem vollen Geständnis ausgegangen, hieß es. Die Opfer hatten vor Gericht nicht aussagen müssen, sagte ein Sprecher. Stattdessen seien Videovernehmungen gezeigt worden.

Beginnen soll das neue Verfahren am 12. Oktober, ein Urteil könnte am 22. Dezember fallen. Die Kammer hat nun 21 Termine angesetzt. Weil der Trainer damit erheblich länger in U-Haft bleibt als vorgesehen, muss das Oberlandesgericht den Haftbefehl prüfen. Dieser wurde von ursprünglich fünf auf alle 71 zur Anklage gebrachten Taten erweitert. Dem 26-Jährigen drohen bis zu 15 Jahre Haft, so der Sprecher.

dpa

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