Urteil: Kein Schadenersatz für Tod von Windhund Aristo

Hannover - Am Ende schlimmer Leiden musste Windhund Aristo eingeschläfert werden. Wegen angeblich falscher Behandlung klagte seine Besitzerin gegen die Tierklinik. Das Amtsgericht bemühte einen Gutachter. Nach der Analyse der Blutuntersuchung fiel jetzt das Urteil.

Um mutmaßliche medizinische Behandlungsfehler wird vor Gericht nicht nur bei Menschen mit Gutachtern und großem Aufwand gestritten. Das Amtsgericht Hannover hat am Dienstag die Schadenersatzklage einer Windhundbesitzerin abgewiesen, die wegen einer angeblich falschen Behandlung 900 Euro von einer Tierklinik haben wollte. Dabei wogen die Vorwürfe schwer: Nachdem der sieben Jahre alte Whippet-Rüde Aristo im Juni 2014 zitternd, unter Durchfall und Erbrechen leidend und mit einer Augenentzündung in die Klinik kam, habe man dort einen Darmverschluss und eine Vergiftung durch Rattengift vermutet, so die Klägerin.

Da die Behandlung nicht zeitnah erfolgt sei, habe Aristo zwei Tage später eingeschläfert werden müssen. Für einen neuen Hund - erneut einen Windhundrüden namens Sting von der Wolfshöhe - musste die Besitzerin 1200 Euro zahlen. Da Aristo bereits sieben Jahre alt war, verlangte sie von der Klinik 900 Euro Schadenersatz - einschließlich der Kosten von 58,66 Euro für Aristos Einschläfern. Die Klinik aber wies den Vorwurf einer falschen Behandlung und die Geldforderung von sich - Aristos Krankenakte wurde ein Fall für das Gericht. Und das ging die Sache gründlich an. In einem ersten Verhandlungstermin im März gab es das Gutachten eines Sachverständigen in Auftrag.

Was dieser dann am Dienstag nach der Analyse von Blutuntersuchungen des Hundes im Gericht vortrug, entlastete die Klinik auf ganzer Linie. Aristo sei an einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse gestorben, nachdem diese von der Klinik lehrbuchmäßig behandelt worden war. Einzige Manko: Die Klinik hatte ihre Diagnose schlecht dokumentiert.
dpa

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