Zwei Frauen erstochen

Verteidiger plädiert auf Totschlag

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Der Angeklagte Ziad K. (l.) steht im Landgericht Lüneburg (Niedersachsen) neben seinen Verteidiger Steffen Stern (3.v.l.) hinter der Anklagebank. Im Prozess wegen der Ermordung von zwei Frauen wird am Donnerstag (9.30 Uhr) im Landgericht Lüneburg das Plädoyer der Verteidigung erwartet.

Lüneburg - Laut Anklage hat der Mann gemordet, weil seine Frau ihn verlassen und Christin werden wollte. Ihre Freundin soll er mitverantwortlich gemacht haben. Die Verteidigung geht von Totschlag im Affekt aus, es sei ihm um die Kinder gegangen. Dem Jesiden droht lebenslange Haft.

Im Prozess um den blutigen Tod von zwei Frauen in Lüneburg hat die Verteidigung auf Totschlag plädiert. Der Angeklagte habe im Affekt zugestochen, erklärte der Anwalt des beschuldigten Jesiden am Donnerstag vor dem Landgericht. Religiöse Motive sah er nicht. Der Mann hatte in einer vom Anwalt verlesenen Erklärung gestanden, im Januar seine Ehefrau und deren Freundin erstochen zu haben. Sie hätten Jesiden als Teufelsanbeter und Gottlose bezeichnet, auch hätten sie ihm die Kinder nehmen wollen.

Laut Anklage soll er die beiden getötet haben, weil seine 32 Jahre alte Frau ihn verlassen und Christin werden wollte. Die ein Jahr ältere Freundin, Mitglied einer evangelischen Freikirche, soll er dafür mitverantwortlich gemacht haben. Das wies Verteidiger Steffen Stern zurück. Vor allem die Angst, seine drei Kinder zu verlieren, habe den Mandanten zustechen lassen. Die Annahme der Anklage, er habe die Freundin der Frau erstochen, um diese von einem Glaubenswechsel abzuhalten, nannte Stern „absurd“. Das Strafmaß ließ er offen.

„Es tut mir leid, ich wollte das nicht“, sagte der Angeklagte in seinem Schlusswort schluchzend. Während des ganzen Verfahrens hatte er mit gesenktem Kopf geschwiegen. Das Alter des aus dem Irak stammenden Mannes wurde zunächst mit 31, später mit 38 Jahren angegeben. Seine Frau werde nach dem Tod der Freundin aus Angst bei ihm bleiben, soll er laut Anklage gehofft haben. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger-Anwälte haben lebenslang wegen Mordes gefordert und beantragt, die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Noch am Nachmittag wollte die Kammer ein Urteil fällen.

dpa

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