Fünf Monate nach schrecklicher Tat

Prozess gegen Lenas Mörder beginnt

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Das Entsetzen nach dem Mord an Lena war in Emden groß.

Aurich - Sie wollte Enten füttern und kehrte nie wieder zurück: Der Mord an der elfjährigen Lena in Emden löste bundesweit Entsetzen aus. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht.

Fünf Monate nach dem Mord an der kleinen Lena in einem Emder Parkhaus beginnt an diesem Montag der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Der 18-Jährige hat gestanden, die Elfjährige am 24. März umgebracht zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte er das Mädchen zuvor vergewaltigt. Im vergangenen November soll er bereits eine Joggerin in der ostfriesischen Stadt überfallen haben, um diese zu vergewaltigen. Die Frau konnte sich aber wehren.

Nach der Anklageverlesung sollen am Montag Lenas Mutter, der Stiefvater, ein Parkhauswächter und ein elfjähriger Freund des Mädchens vor dem Landgericht in Aurich aussagen. Lena war am späten Nachmittag des Tattages mit dem Jungen von zu Hause aufgebrochen, weil sie Enten füttern wollten. Am Abend fand der Parkhauswächter ihre Leiche in einem Treppenhaus hinter einem Notausgang. Wie Lena zu Tode kam, wollten die Ermittler bislang nicht bekanntgeben.

Das Landgericht rechnet mit großem Interesse an der Verhandlung und hat strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Nach Angaben eines Gerichtssprechers könnte die Jugendkammer die Öffentlichkeit bereits nach der Anklageverlesung von dem gesamten Verfahren oder Teilen ausschließen. Der Emder Parkhaus-Mord hatte nicht nur die Menschen in Ostfriesland schockiert. Die Festnahme eines Unschuldigen, Lynchaufrufe auf Facebook und schwere Ermittlungspannen sorgten bundesweit für Schlagzeilen.

Die pädophilen Neigungen des 18-Jährigen waren der Polizei schon länger bekannt. Im vergangenen November hatte er sich selbst angezeigt, weil er Nacktfotos von einer Siebenjährigen gemacht hatte. Doch eine gerichtlich angeordnete Hausdurchsuchung blieb monatelang unbearbeitet liegen. Erst die Aussage von zwei Frauen, die den jungen Mann am Tattag in der Nähe des Parkhauses gesehen hatten, brachte die Fahnder auf die Spur des Verdächtigen. Mit Hilfe einer DNA-Analyse konnten sie ihn schließlich überführen.

dpa

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