Protest gegen Endlager-Bericht

Atomkraftgegner gehen auf die Barrikaden

Gorleben/Berlin - Atomkraftgegner aus dem Wendland wollen in Berlin gegen die Empfehlung der Endlager-Kommission auf die Straße gehen. Geplant sei für Dienstag unter anderem ein Treckerkorso durch das Regierungsviertel, sagte Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg am Montag.

Die Mitglieder der Kommission hatten sich in dem Bericht mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, Gorleben beim Suchverfahren für ein Atom-Endlager weiter zu berücksichtigen. Das weckt bei den Atomkraftgegnern die Sorge, dass das Lager für den hoch radioaktiven Atommüll doch in Gorleben gebaut werden könnte.

„Ein faires Suchverfahren kann es mit Gorleben im Pool nicht geben, weil es in Gorleben einen Wissensvorsprung gegenüber anderen Standorten gibt“, erklärte Ehmke. Er sprach von einer „Hypothek der Vergangenheit“, die auch die künftige Suche beeinflussen könnte.

Niedersachsen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne), selbst Mitglied der Kommission, sprach hingegen von einem Neubeginn. „Die neuen Sicherheitsanforderungen in Verbindung mit Vorgaben für die Fehlerkorrektur, die Maximaltemperatur, das Deckgebirge und das Wirtsgestein sind in Gorleben nicht zu realisieren“, erklärte er. Man habe nun die Möglichkeit, 40 Jahre Irrweg hinter sich zu lassen.

Der Bericht der Endlager-Kommission ist eine Empfehlung, auf deren Grundlage Bundestag und Bundesrat die Auswahlkriterien für die Suche nach einem atomaren Endlager gesetzlich festlegen sollen. Zwei Jahre hatten die Mitglieder darüber beraten. Am Dienstag wollen sie ihn an Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) übergeben. Die Verantwortlichen erwarten, dass ein Endlager 2050 in Betrieb genommen wird.

dpa

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