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Priorisierung bei PCR-Tests: Ohne Test keinen Genesenennachweis

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Von: Johannes Nuß

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Die PCR-Tests zum Nachweis einer Covid-19-Infektion könnten knapp werden und sollen priorisiert werden. Vorerst bleiben die Regeln in Niedersachsen aber so wie sie sind.

Hannover – Die Ministerpräsidenten und -präsidentinnenkonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich am Montag darauf geeinigt, dass die PCR-Tests aufgrund der hohen Infektionszahlen mit der Omikron-Variante des Coronavirus in Zukunft priorisiert werden. In Niedersachsen soll diesbezüglich die Teststrategie angepasst werden, wenngleich die Situation in den Laboren noch nicht so angespannt ist, wie sie es anderenorts in Deutschland ist.

Priorisierung bei PCR-Tests: Strategie wird in den kommenden Wochen angepasst

Während der wöchentlichen Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs in Niedersachsen gab sich dessen Leiter, Heiger Scholz, in der Landespressekonferenz in Hannover optimistisch, dass die Strategieanpassung innerhalb der nächsten anderthalb Wochen erarbeitet werden sein könnte. Bis dahin bleibt in Niedersachsen erst einmal alles so wie es ist.

Scholz betonte während der Pressekonferenz, dass die niedersächsischen Labore aufgrund der PCR-Tests auf das Coronavirus zwar gut ausgelastet seien, es aber durchaus noch Luft nach oben gebe. Wie lange das so bleibt, hängt davon ab, wie sich in den kommenden Tagen und Wochen die Infektionszahlen mit Corona in Niedersachsen weiterentwickeln. Sollte es eng werden, machte Scholz weiter Mut und sagte, dass im Notfall auch tiermedizinische Labore, wie etwa das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), bei den PCR-Tests aushelfen könnten.

Priorisierung bei PCR-Tests: Labore in Niedersachsen haben noch Kapazitäten

Wie die Priorisierung genau aussehen wird, kann auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) noch nicht sagen, berichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR) in seiner Online-Ausgabe. Im Gegensatz zu Krisenstabsleiter Scholz geht er davon aus, dass die Ausarbeitung zur Priorisierung der PCR-Tests durchaus einige Wochen in Anspruch nehmen könnte. Der Ministerpräsident wird am Mittwoch, 26. Januar 2022, zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie eine Regierungserklärung abgeben. Im Exklusiv-Interview mit kreiszeitung.de bezeichnete Stephan Weil jüngst die Corona-Pandemie als „größte Krise in der Landesgeschichte“.

Eine Labormitarbeiterin bereitet Teströhrchen für einen PCR-Test vor.
Aufgrund der steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus und den damit notwendig werdenden PCR-Tests steigt auch die Auslastung der Labore in Deutschland. Das könnte bald zu Problemen führen. (Archivbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Doch, welche Auswirkungen hätte die Priorisierung von PCR-Tests aus bestimmte Berufsgruppen überhaupt auf den Rest der Bevölkerung, fragen sich derzeit viele. Denn, wenn – wie von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gefordert, dass Antigen-Schnelltests einen PCR-Test ersetzen sollen – könnte es auch sein, dass es für Infizierte keinen Genesenennachweis nach einer überstandenen Covid-19-Infektion gibt.

Probleme bei Priorisierung von PCR-Tests: Ohne Test auch keinen Genesenennachweis

Denn für diese ist das Vorliegen eines PCR-Tests zwingend notwendig, auch eine Genesenennachweis würde es nach den aktuellen Corona-Regeln nicht geben. Dies könnte weitreichende Konsequenzen bedeuten, vor allen Dingen für diejenigen, die nicht vollständig gegen das Coronavirus immunisiert sind, beziehungsweise noch keine Boosterimpfung erhalten haben.

Ein weiteres Problem könnte es geben, wenn ein mit Corona Infizierter Ansprüche geltend machen will, beispielsweise bei der Berufsgenossenschaft. Denn, um bei solch einer Stelle Ansprüche geltend zu machen, bedarf es derzeit nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zwingend einen Nachweis über einen PCR-Test. Gleiches gilt auch, wenn sich jemand in einer der Post-Covid-Ambulanzen behandeln lassen möchte. Auch hier wird ein PCR-Test verlangt. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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