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Premium Aerotec: Airbus-Mitarbeiter stimmen über Übernahme-Angebot ab

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Von: Johannes Nuß

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Premium Aerotec (bis 2009 Airbus) am Standort Neuenwege in der Stadt Varel in Friesland.
Erst 2009 hatte Premium Aerotec in Varel das Werk von Airbus übernommen. Jetzt könnte der Weiterverkauf anstehen. (Archivbild) © IMAGO / Rust

Bleibt Premium Aerotec in Varel als Tochterunternehmen bei Airbus oder verkauft man an den Investor Mubea aus dem Sauerland? Heute entscheidet die Belegschaft.

Varel/Hamburg/Attendorn – Die Mitarbeiter des Tochterunternehmen Premium Aerotec von Airbus in Varel (Landkreis Friesland) in Niedersachsen stimmen am heutigen Montag, 25. April 2022, über ein Übernahmeangebot ab. Dann entscheidet sich, ob das Unternehmen bei Airbus bleibt oder ob der Automobilzulieferer Mubea aus dem sauerländischen Attendorn den Zuschlag erhält.

Im vergangenen Jahr hatten Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und sein bayerischer Amtskollege Markus Söder (CSU) die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch dazu aufgefordert, die Airbus-Angelegenheit um Premium Aerotec zur Chefsache im Kanzleramt zu machen und einen Verkauf zu verhindern. Auch der damalige Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) schaltete sich in die ganze Sache ein.

Premium Aerotec in Varel: Airbus gibt Jobgarantie bis 2030 – Investor bis 2033 und verspricht 450 Jobs mehr

Die Dinge liegen nun doch anders: Denn erst Anfang Februar hatte die IG Metall Küste einen Tarifabschluss mit Airbus vermelden können. Damit einherging eine Garantie von Airbus, dass es bis zum Jahr 2030 keine betriebsbedingten Kündigungen am Standort in Varel geben sollte. Mubea hingegen will den Standort in Varel weiter ausbauen und verspricht, die Belegschaft binnen der nächsten drei Jahre bis 2025 auf 1450 Mitarbeiter aufzustocken. Hinzu kommt das Versprechen, dass es bis ins Jahr 2033 keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde, berichtet der Norddeutsche Rundfunk.

Vorgestellt wurden Konzepte beider Unternehmen in der Vergangenheit auf Betriebsversammlungen. Im März stellte Mubea-Chef Thomas Muhr den mittelfristig erheblichen Stellenaufbau und zusätzliche hohe Investitionen bis 2027 in Aussicht. Varel solle zudem als künftige weltweite Zentrale der Mubea-Sparte Aviation die führende Rolle im Ausbau des bestehenden Luftfahrtgeschäftes einnehmen. Dafür sollen unter anderem Entwicklung, IT und Vertrieb neu in Varel angesiedelt werden.

Premium Aerotec in Varel: IG Metall und Betriebsräte haben Vetorecht gegen Übernahmeversuch von Mubea

Die IG Metall und die Betriebsräte haben bei dem Übernahmeversuch aus dem Sauerland dabei ein Vetorecht. Daher die heutige Betriebsversammlung. Das hatten sie dem Flugzeugbauer Airbus Anfang Februar nach einer Serie von Warnstreiks und langwierigen Verhandlungen über die Bedingungen eines Airbus-Konzernumbaus abgerungen.

Mubea beliefert als Leichtbauspezialist mit 2,5 Milliarden Euro Umsatz vor allem die Autoindustrie, ist mit der Tochter Flamm aber auch im Luftfahrtsektor unterwegs und gehört seit Jahren zu den Airbus-Zulieferern. Wachstumspotenzial verspricht sich Mubea von Geschäften auch mit anderen Flugzeugbauern.

Premium Aerotec in Varel: Ergebnis der heutigen Verhandlungen wird auf Pressekonferenz vorgestellt

Der norddeutsche Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall, Daniel Friedrich, bewertete es positiv, dass sich das Management direkt der Diskussion mit den Kolleginnen und Kollegen stelle. „Es wird klarer, wie sich Mubea und Airbus die Zukunft des Standortes vorstellen.“

Über Details der Präsentation vor der Belegschaft äußerten sich Gewerkschaft und Unternehmen nicht. Klar ist allerdings bereits, dass die Beschäftigten bis Ende 2030 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt sind. Das Ergebnis der heutigen Verhandlungen stellt die IG Metall Küste am Abend auf einer Pressekonferenz in Hamburg vor. Erst 2009 hatte Premium Aerotec das Werk in Varel von Airbus übernommen. (MIt Material der dpa)

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