Strom wird billiger

Preishammer: EWE verlangt mehr Geld für Gas

Die Preise für Gas kennen nur eine Richtung: Steil nach oben. Nun hat der Versorger EWE die Preise für 2022 bekannt gegeben. Strom wird billiger.

Oldenburg - Heizen und Kochen wird diesen Winter teuer, wenn man eine Gasheizung hat. Die Preissteigerungen gibt der regionale Versorger EWE an seine Kunden weiter. Auf der Homepage heißt es: Beim Erdgas steigt der Preis pro Kilowattstunde von 6,84 Cent auf 7,75 Cent. Ein Durchschnittskunde mit einem Jahresverbrauch von 17.500 Kilowattstunden zahlt dadurch ab Januar pro Monat gut 13 Euro mehr als bislang. Das entspricht 156 Euro im Jahr oder einer Steigerung von über zwölf Prozent.

EWE HauptsitzOldenburg
Gründung1943
Mitarbeiter9.141 (2020)
DachorganisationWeser-Ems-Energiebeteiligungen GmbH

Strompreis: Preise fallen und bescheren Haushalten dickes Plus

Die gute Nachricht: Der Strompreis sinkt dagegen von 27,33 Cent pro Kilowattstunde auf 26,26 Cent. Damit spart ein durchschnittlicher Stromkunde mit einem Jahresverbrauch von 2.800 Kilowattstunden rund 30 Euro im Jahr. Wer beide Durchschnittsverbräuche hat, hat unter dem Strich ein Minus von rund 126 Euro.

Eine Frau dreht am Thermostat einer Heizung.

Die Gründe für die Preisbewegungen nennt Oliver Bolay, Geschäftsführer der EWE Vertrieb: „Die Gaspreise müssen wir erhöhen, da die Kosten für Gasbeschaffung aufgrund weltweit hoher Nachfrage massiv gestiegen sind. Betroffen sind davon alle Energieunternehmen in Deutschland. Zusätzlich steigt die staatliche CO₂-Abgabe, die zum Erreichen der Energiewende eingeführt wurde. Beim Strom sind die Bezugskosten ebenfalls stark gestiegen, die sinkende EEG-Umlage – sie dient der Förderung von Erneuerbaren Energien – ermöglicht uns aber, die Preise zu senken.“

Preisanpassungen bei EWE: Kunden werden schriftlich über Änderungen informiert

Die Preisanpassungen gelten für rund die Hälfte der EWE-Kunden, die EWE noch in dieser Woche schriftlich über die Preisanpassungen informiert. Der Großteil der anderen Kunden hat sich mit sogenannten Laufzeitverträgen seinen Preis längerfristig abgesichert. Hier bleibt der vereinbarte Preis bis zum Ende der Vertragslaufzeit bestehen. Schreibt das Unternehmen.

Rund ein Drittel des Preises machen Steuern, Abgaben und Umlagen aus, so die EWE. Hierzu zählt neben der Mehrwertsteuer auch noch die Energiesteuer – eine vom Bund erhobene Verbrauchssteuer. Einen weiteren Faktor stellt die Konzessionsabgabe dar. Energieversorger zahlen Sie für die Nutzung von öffentlichen Verkehrswegen bei der Verlegung von Strom- und Gasnetzen. Mit Einführung des Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) wurde ab dem 1. Januar 2021 die CO₂-Abgabe eingeführt.

Gaspreis: Laut Check24 haben 98 Versorger Preise angepasst

Doch EWE ist nicht das einzige Unternehmen, welches an der Preisschraube dreht. Seit August hätten mittlerweile 98 Gasgrundversorger ihre Preise erhöht oder Erhöhungen angekündigt, berichtete das Vergleichsportal Check24. Im Durchschnitt lag der Anstieg bei 17,3 Prozent. Für einen Musterhaushalt mit einem Jahres-Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeute dies zusätzliche Kosten von durchschnittlich 263 Euro pro Jahr, berichtete das Portal.

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„Egal ob Strom, Gas, Heizöl oder Sprit: Alle Energiearten kratzen an ihren Rekordständen oder haben diese sogar übertroffen“, erklärte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Eine solch starke Preisentwicklung hat es seit der Jahrtausendwende noch nicht gegeben.

Gaspreisentwicklung: Inflation als ein Preistreiber beim Gas

Neben der Beschaffung ist die Inflation ein weiterer Preistreiber. Sie war im September in Deutschland erstmals seit knapp 28 Jahren wieder die Vier-Prozent-Marke übersprungen. Nach Einschätzung vieler Volkswirte dürfte sich der Preisauftrieb im Laufe des kommenden Jahres wieder abschwächen, auch weil Sondereffekte infolge der Corona-Krise entfallen. Trotzdem müssen Personen mit geringem Einkommen auch ihre Rechnung bezahlen können. Daher werden Ausgleichszahlungen gefordert.

Die sonst so gerne regulierende EU hält sich seit Wochen bedeckt. Die Positionen der Staaten liegen weiter auseinander. Deutschland und andere nördliche Staaten lehnen ein Eingreifen in den Markt hingegen ab. Länder wie Frankreich und Spanien wollen das System überarbeiten. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ole Spata/dpa/Symbolbild

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