Fünf Bedienstete leicht verletzt

Amtsgericht Rinteln wegen mysteriösen Pulvers geräumt

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Das Amtsgericht in Rinteln wurde am Dienstagvormittag geräumt.

Rinteln - Verdächtiges Pulver, Atembeschwerden, Unwohlsein: Im Amtsgericht Rinteln herrschte am Dienstag Giftalarm. Später gab es Entwarnung.

Ein per Brief zugesandtes mysteriöses Pulver hat für helle Aufregung im Amtsgericht Rinteln im Weserbergland gesorgt und einen Großalarm ausgelöst. Weil mehrere Personen über Unwohlsein klagten und ein Giftanschlag befürchtet wurde, ließ die Polizei das Gebäude am Dienstag vollständig räumen. Später gab das Landeskriminalamt Entwarnung: Nach ersten Analysen gehe von dem Pulver keine größere Gefahr aus.

Fünf Angehörige des Gerichtspersonals seien durch die Substanz leicht verletzt worden, sagte Polizeisprecher Stephan Weichert. Sie hätten unter anderem über Atembeschwerden und Angstzustände geklagt. Die Betroffenen seien in einem Spezialzelt der Feuerwehr dekontaminiert und anschließend ärztlich versorgt worden. „Ihr Zustand ist zum Glück aber nicht besorgniserregend“, sagte Weichert. Knapp 20 weitere Personen, darunter auch Polizeibeamte, seien vorsichtshalber medizinisch betreut worden.

Der Brief mit der verdächtigen Substanz war nach Angaben der Polizei am Vormittag in der Poststelle des Gerichts eingegangen. Als er geöffnet wurde, rieselte ein grünliches Pulver aus dem Umschlag auf den Tisch. Mehrere Bedienstete, die direkt oder indirekt mit der Substanz in Kontakt gekommen seien, hätten daraufhin über Unwohlsein geklagt, sagte der Polizeisprecher.

LKA untersucht Substanz

Das Gerichtsgebäude wurde bis zum Nachmittag vollständig evakuiert und das Gelände abgesperrt. Spezialisten untersuchten das verdächtige Pulver in einem mobilen Labor. Danach konnten sie einen biologischen Kampfstoff oder eine atomare Substanz ausschließen. Ob es sich um eine gefährliche Chemikalie handelt, konnten die Experten nicht sagen. „Für eine Analyse vor Ort war die Menge zu klein“, sagte Weichert. Deshalb sollte das Pulver noch am Dienstag im Labor untersucht werden. Das Ergebnis sollte am Mittwoch vorliegen.

Wegen der geringen Menge geht nach Angaben Weicherts keine größere Gefahr von dem Pulver aus. Das Reinigungspersonal sollte das Amtsgericht noch am Dienstag mit Atemmasken säubern. Am Mittwoch wird es wieder öffnen können. Die Polizei machte „aus ermittlungstaktischen Gründen“ keine Angaben zum möglichen Absender des Briefes.

Zuletzt wurde das Amtsgericht Verden wegen des Auftauchens eines weißen Pulvers geräumt.

dpa

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