Punkte in Flensburg drohen

Rad gegen Auto: Diese Regeln müssen Radfahrer beachten

Es ist ein modernes Schlachtfeld: die Straße. Dort stehen sich Autos und Fahrräder gegenüber. In Städten ist die Toleranz teils wenig ausgeprägt. Die Polizei als „Schiedsrichter“ wirbt für mehr Rücksicht.

Rad- und Autofahrer müssen sich den knappen Platz auf den Straßen teilen*. Nicht immer geht dies konfliktlos, denn beide Parteien fühlen sich von der anderen eingeschränkt. Gegenseitiges Verständnis und Rücksicht sind rar.

Dabei ist die Straßenverkehrsordnung (StVO) relativ deutlich. Jeder hat sich so zu verhalten, dass niemand „gefährdet oder, mehr als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“ In der Praxis sind sowohl Rad- als auch Autofahrer meist davon überzeugt, im Recht zu sein. Ein Blick auf die Vorschriften fürs Radfahren birgt für viele Verkehrsteilnehmer Überraschungen.

Rad vs. Auto: Sogar Punkte in Flensburg kann es geben

Auch Radfahrer werden zur Kasse* gebeten, wenn sie Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr begehen. Im vergangenen Jahr wurden die Geldstrafen im Bußgeldkatalog für Radfahrer und Autofahrer erhöht. Ziel war es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Für typische Verstöße von Radfahrern gibt es sogar eigene Tatbestände und Bußgelder. Ist das nicht der Fall, zahlen Radfahrer ab 35 Euro das halbe Bußgeld von Autofahrern.

Die Polizei verwarnt einen Radfahrer, der beim Fahren sein Mobiltelefon benutzt hat.

Ohne Licht über eine dunkle Kreuzung oder falsch durch Einbahnstraßen - auch für Radfahrer kann es teuer werden. Sogar Punkte in Flensburg kann es geben. Wer mit seinem Rad auf dem Gehweg unterwegs ist, muss mit 55 bis 100 Euro Bußgeld rechnen.

Einen Punkt beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg und 60 Euro gibt es, wer eine rote Ampel nicht beachtet. Dauert die Rotphase länger als eine Sekunde: 100 Euro und ein Punkt. Und selbst das freihändige Fahren wird mit fünf Euro geahndet. Teure Telefonate entstehen, wenn Männer und Frauen während des Radfahrens ihr Smartphone benutzen, Kostenpunkt: 55 Euro.

Achtung Autofahrer: Das dürfen Radfahrer

Der Streit zwischen Radfahren und Autofahrern beruht teilweise auf falschen Annahmen. Besonders an Engstellen haben Autofahrer manchmal den Eindruck, Radfahrer würden absichtlich weit in der Mitte der Straße fahren. Aber Radfahrer müssen zum rechten Fahrbahnrand und zu parkenden Autos genügend Sicherheitsabstand einhalten, schreibt der ADAC. 

Autofahrer müssen beim Überholen innerorts mindestens 1,5 Meter Seitenabstand zum Radfahrer einhalten. Bei höherem Tempo und wenn Kinder überholt werden müssen, sollte der seitliche Sicherheitsabstand mindestens zwei Meter betragen. Außerorts ist dies der verpflichtende Mindestabstand. Ein Nichteinhalten kostet 30 Euro.

Beim Radfahren das Smartphone am Ohr – ein Verhalten, das teuer werden kann.

Selbst wenn es vor der roten Ampel eng ist: Radfahrer dürfen laut Paragraf 5 StVO wartende Autos rechts überholen, wenn ausreichender Raum vorhanden ist. Allerdings sind dabei „mäßige Geschwindigkeit und besondere Vorsicht“ einzuhalten. 

Schutzstreifen für Radfahrer sind durch eine unterbrochene weiße Leitlinie markiert. Nur in Ausnahmefällen dürfen Autofahrer die Leitlinie überfahren. Ein kurzfristiges Ausweichen wäre so ein Beispiel. Allerdings darf dabei kein Radfahrer gefährdet werden. Das Halten auf dem Schutzstreifen ist verboten und führt zu einem Punkt. Um beim Türöffnen keinen Fahrradfahrer aus dem Sattel zu stoßen, sollte die Fahrertür von innen mit der rechten Hand geöffnet werden. So dreht sich der Oberkörper automatisch leicht in Richtung des nachfolgenden Verkehrs. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Robert Günther

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