Polizei räumt Haus in Lüneburg wegen Einsturzgefahr

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Polizisten stehen heute in Lüneburg vor einem Haus, das wegen akuter Einsturzgefahr geräumt werden muss. Die Stadt hatte den Mietern aus der überwiegend alternativen Szene eine Frist gesetzt und mit einer polizeilichen Räumung gedroht.

Lüneburg - In Lüneburg hat die Polizei am Montag ein einsturzgefährdetes Haus aus der Gründerzeit geräumt. Die Stadt hatte den aus der alternativen Szene stammenden Mietern eine letzte Frist bis Sonntag um Mitternacht gesetzt.

Einige Demonstrant besetzen heute kurzzeitig in Lüneburg ein Haus, das wegen akuter Einsturzgefahr geräumt werden muss.

Das Nachbarhaus war bereits im Juni geräumt worden. Ursache für die Schlagseite der beiden Bauten sind Senkungsschäden nach Bodenbewegungen, die vom jahrhundertelangen Salzabbau verursacht worden sein könnten. Die Bewohner bestreiten eine Einsturzgefahr und befürchten, dass auf dem Gelände teure Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen sollen. Als Folge befürchten sie höhere Immobilien- und Mietpreise. Vor dem Gebäude hatten sich am Morgen mehr als 50 Demonstranten versammelt und friedlich gegen die Räumung protestiert. Der Polizeieinsatz dauerte bis zum Nachmittag. Gegen 7 der bis zu 14 Menschen in dem Gebäude seien Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Die sieben Bewohner hätten sich in den oberen Stockwerken hinter Müll, Stacheldraht, alten Möbeln und einem Wassertank verbarrikadiert.

„Die zehn gemeldeten Bewohner haben alle eine Unterkunft gefunden, auch mit Hilfe der Stadt“, erklärte Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD), der am Morgen die Aktion beobachtete. Über einen Zeitplan für den bereits genehmigten Abriss des Gründerzeithauses sei noch nicht entschieden, teilte ein Stadtsprecher mit. Der Boden unter der Häuserzeile war in 15 Monaten um 18 Zentimeter abgesunken.

Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hatte am vergangenen Dienstag per Eilantrag entschieden, dass die von der Hansestadt angenommene Einsturzgefahr des Gebäudes hinreichend wahrscheinlich sei. „Leib und Leben seiner Bewohner sind akut gefährdet“, erklärte das Gericht in Lüneburg. Dabei spiele es keine Rolle, ob der Zustand des Hauses auf fehlende Unterhaltungsmaßnahmen des Eigentümers oder seiner Vorgänger zurückzuführen sei.

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