Neue Ausrüstung und Fahrzeuge

E-Autos und Satellitenkommunikation: Aufgerüstete Polizei Niedersachsens

Anfang der Woche haben Polizeipräsidentin Christiana Berg und Innenminister Boris Pistorius (CDU) die neue Ausrüstung der Polizei in Niedersachsen vorgestellt.

Hannover – Die Polizei in Niedersachsen rüstet deutlich auf. Bei einem Termin in Hannover haben Innenminister Boris Pistorius (CDU) und Polizeipräsidentin Christiana Berg am Montag neue Einsatzfahrzeuge sowie weitere Ausrüstung vorgestellt. Neben Elektrofahrzeugen, ballistischen Schutzhelmen und Splitterschutzwesten, steht auch ein satellitengestütztes Kommunkationssystem auf der Einkaufsliste.

Landespolizei:Niedersachsen
Aufsichtsbehörde:Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport
Hauptsitz:Hannover
Behördenleitung:Landespolizeipräsident Axel Brockmann
Bedienstete:ca. 24.000

Polizei und Katastrophenschutz müssten in Extremlagen handlungsfähig bleiben, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius am Montag mit Blick auf die verheerenden Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz* und den Ausfall der dortigen Handynetze.  Der SPD-Politiker betonte, mehr als 40 Millionen Euro flössen in die Ausrüstung der Polizei, das Budget für die satellitengestützte Kommunikation liege bei rund zwei Millionen Euro. Ziel sei, Abhängigkeiten von kommerziellen Mobilfunknetzen zu verringern.

Polizei in Niedersachsen rüstet auf: E-Mobilität und Hybrid-Fahrzeuge

Bei dem Termin ging es aber auch um Fahrzeuge. Die Polizei setze auf E-Mobilität und alternative Antriebe, betonte Pistorius. Die Zahl der rein elektrisch betriebenen Polizeifahrzeuge werde sich von etwa 100 auf über 300 mehr als verdreifachen, die Zahl der Hybrid-Fahrzeuge solle von 165 auf über 340 steigen. Das Budget für die Polizei Niedersachsen liege bei 37,5 Millionen Euro, ältere Fahrzeuge vor allem mit Dieselmotoren der Emissionsklassen 1 bis 4 sollten ersetzt werden.

215 ID.3-Exemplare wurden für den Polizei-Einsatz bestellt. Volkswagen stellt an den Standorten Zwickau und Dresden mit den Modellen ID.3 und ID.4 nun nur noch Elektrofahrzeuge her.

Wie die Volkswagen AG mitteilte, habe die Polizei Niedersachsen insgesamt 215 ID.3 für den Einsatz bestellt. Es ist die erste Behörde in Deutschland, die in dieser Größenordnung auf reine Elektrofahrzeuge setzt. Zudem werde die Polizei ihre bereits bestehende Flotte von 160 Volkswagen Passat GTE um weitere 175 Hybrid-Modelle des Passat aufstocken. Die ID.3, die in Zwickau und Dresden vom Band rollen, sollen ab August an die Polizei ausgeliefert werden. Die ersten zehn ID.3 wurden heute im Rahmen des Pressetermins in der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen in Hannover der Öffentlichkeit vorgestellt.

Gepanzerte Fahrzeuge vom Typ Enok sind bereits seit vergangenem Jahr Teil von Spezialeinsatzkommandos

Ohne große Ankündigung und Vorstellung war dem Spezialeinsatzkommando Niedersachsen von der Polizei im vergangenen Jahr bereits ein neues Fahrzeug zugeteilt worden, wie eine Sprecherin des Landeskriminalamtes mitteilte. Seit April 2020 fährt ein gepanzertes Fahrzeug vom Typ „Enok“ auch durch Niedersachsen.

Erste Überlegungen zur Anschaffung eines solchen Modells habe es bereits im Jahr 2015 nach den Terroranschlägen in Paris gegeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch Polizeikräfte in Einsatzlagen gegen bewaffnete und gefährliche Gewalttäter etwa bei Terroranschlägen vorgehen müssten, sei real. Das Spezialfahrzeug habe einen Beschaffungswert von 830.000 Euro, es biete neben dem Fahrer sechs weiteren Personen Platz.

Die Spezialeinheiten der Bayerischen Polizei verfügen über insgesamt zwei neue Spezialfahrzeuge mit Panzerung. Es handelt sich um sondergeschützte Offensivfahrzeuge für besonders gefährliche Einsätze, beispielsweise bei Terror- oder Amoklagen.

Auch die bayerische Polizei rüstete ihre Spezialeinheiten mit zwei gepanzerten Einsatzfahrzeugen zum Vorgehen vor allem gegen bewaffnete Straftäter auf. Innenminister Joachim Hermann (CSU) hatte die an polizeiliche Bedürfnisse angepassten Modelle des „Enok 6.2“ im November 2020 in Nürnberg vorgestellt. Es seien 2,4 Millionen Euro investiert worden, hieß es vom Ministerium. Hermann hatte sich bereits im Februar einen Eindruck des ersten Fahrzeugs am Firmensitz von „Armoured Car Systems“ machen können.

Dank der wirksamen Panzerung sind unsere Spezialeinheiten bestmöglich geschützt, vor allem bei Terror- oder Amoklagen.

Bayerischer Innenminister Joachim Hermann (CSU)

„Dank der wirksamen Panzerung sind unsere Spezialeinheiten bestmöglich geschützt, vor allem bei Terror- oder Amoklagen“, erläuterte Herrmann. Die Fahrzeuge sollen zum Einsatz kommen, etwa wenn Personen aus Gefahrensituationen gerettet werden müssten.

Außerdem gebe es eine spezielle Bewaffnung, um gegen gefährliche Täter vorgehen zu können. Eines der beiden Fahrzeuge verfügt über einen drehbaren Waffenturm, das andere über eine von innen bedienbare Waffenstation. (mit Material der dpa) kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann / picture alliance / dpa

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