Kurioser Polizeialltag 2017

Mit 14 im Bordell, ein zuckender Vibrator und mit dem Trecker auf Abwegen

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Unweit von Oldenburg, in Ganderkesee, waren im Sommer zwei Kängurus geflohen.

Braunschweig - Diese Geschichten bleiben auch dem abgebrühtesten Polizisten in Erinnerung - nicht, weil sie so erschütternd sind, sondern weil der Alltag der Polizei in Niedersachsen 2017 oft durchaus kurios war. Ein Rückblick.

Sex:

In Braunschweig rief im November ein 14-Jähriger nach einem Besuch im Bordell kurzerhand die Polizei, weil er mit den Leistungen der Prostituierten nicht zufrieden war. Was der Junge sich für 20 Euro erhoffte, präzisierte die Polizei nicht. Im Bordell hatte er sich als deutlich älter ausgegeben - die Polizei hatte kein Verständnis für die Kritik des Jungen und brachte ihn zur nächsten Bushaltestelle.

In Bremen rief eine Frau Ende Januar die Beamten wegen verdächtiger Bohrgeräusche mitten in der Nacht, sie fürchtete, Einbrecher seien am Werk. Tatsächlich entdeckte die Polizei in der Badewanne aber nur den zuckenden Vibrator der Frau, Modell „Blauer Maulwurf“.

In Celle versteckte eine junge Diebin in ihrem BH zu Jahresbeginn nicht nur eine Lautsprecherbox, sondern auch sieben DVDs mit indischen Bollywood-Filmen. Eine Polizistin fischte alles heraus - aus einem „handelsüblichen BH“, Körbchengröße unbekannt.

In Braunschweig rettete die Polizei im Oktober ein verliebtes, experimentierfreudiges Pärchen aus einer unangenehmen Situation. Die Frau hatte sich Stahlhandfesseln anlegen lassen. Dumm: Den Schlüssel dafür hatten die beiden verlegt. Den Beamten gelang es, die Frau mit einem Ersatzschlüssel ihrer Dienst-Handschellen aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Drogen und Alkohol:

Mit dem Heuwender auf der Autobahn: Ein bekiffter Jungbauer musste von der Polizei in seine Schranken gewiesen werden.

Einen bekifften Jungbauer holte die Polizei im Herbst bei Sottrum im Kreis Rotenburg von der Autobahn. Der 18-Jährige war mit Tempo 50 über die A1 getuckert, hinter seinem Trecker zog er einen Heuwender her. Zwar schob der Jungbauer die Schuld auf sein Navi, ein Drogentest zeigte aber den wahren Grund der Irrfahrt: Der junge Mann war bekifft.

Gründlich schief ging in einem Kino in Osnabrück der Versuch eines 29-Jährigen, seine Bierflasche mit einer Pfefferspray-Dose zu öffnen. Das Pfefferspray trat aus, rund 200 Kinogäste stürmten aus dem Saal - nach einer halben Stunde Lüften konnte der Film dann aber doch noch starten.

Menschliche Bedürfnisse:

Einen Kontoauszugsdrucker pinkelte ein Mann in einer Bankfiliale in Celle kaputt. Der mit der Reparatur beauftragte Techniker ging von einem Wasserschaden aus, eine Sichtung des Überwachungsvideos gab ihm recht: Zu sehen war dort, wie ein polizeibekannter 41-Jährige den Drucker als Urinal missbrauchte. Monate später passierte ein ähnlicher Vorfall in Braunschweig, die Bankangestellten waren fassungslos. In die Hose ging auch die Toilettenpause eines Mannes in Leer: Während er sich erleichterte, rollte sein Auto in die Ems. Die Bergung dauerte rund sechs Stunden.

Entflohene Tiere:

In der Nähe von Oldenburg fing die Polizei im Sommer zwei ausgebüxte Kängurus wieder ein. Die Tiere hatten unter anderem den Bahnverkehr zwischen Delmenhorst und Wildeshausen gestört. Eines der beiden Kängurus konnte fix eingefangen werden, das zweite entflohene Tier hüpfte den Polizisten Tage später auf einem Gehweg stadteinwärts entgegen - bei seiner Festnahme boxte es die Beamten.

Im Juni machten vier Soldaten nach einer Verfolgungsjagd auf der A1 bei Groß Ippener ein herrenloses Kalb dingfest: Sie stoppten das Tier auf dem Seitenstreifen und fesselten es mit einem Abschleppseil. Und im Kreis Helmstedt half die Polizei wochenlang dabei, einen Nandu wieder einzufangen. Der Laufvogel war dem Züchter beim Umladen entwischt.

Verwirrte Senioren:

Beachtlich war in diesem Jahr besonders die Schadensbilanz einer 84-jährigen Autofahrerin im Kreis Harburg. Sie schrottete eine Pkw-Waschstraße, indem sie mit Vollgas durch die Anlage rauschte und danach noch zwei weitere Wagen schrammte. Es entstand fast 100.000 Euro Schaden. Die alte Frau blieb nahezu unverletzt - und schob nach dem Unfall mit ihrem Rollator zu Fuß nach Hause.

dpa

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