Täglich 1000 Flüchtlinge

Pistorius warnt vor Unterbringungsnotstand

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Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Hannover - Täglich treffen derzeit 1000 Flüchtlinge in Niedersachsen ein. Eine Entspannung ist nicht zu erwarten. Minister Pistorius warnt auch wegen des bevorstehenden Winters vor einem Unterbringungsnotstand. Ein Zeltlager an der Nordsee wurde wegen drohender Stürme geräumt.

Vor einem akuten Unterbringungsnotstand bei Flüchtlingen hat Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) gewarnt. Angesichts des bevorstehenden Winters werde es noch schwieriger, geeigneten Wohnraum zu finden, sagte Pistorius am Dienstag. Das Land stehe bei der Aufnahme der Flüchtlinge vor immensen Herausforderungen, die schwere Schritte wie die vorübergehende Nutzung der Landesfeuerwehrschulen in Celle und in Loy bei Oldenburg als Flüchtlingsunterkunft notwendig machten. „Ich halte es daher für alternativlos, dass der Bund nun auch selbst in die Unterbringung von Flüchtlingen einsteigt.“

Das als Notunterkunft für 650 Flüchtlinge genutzte Zeltlager an der Nordseeküste in Otterndorf werde demnächst geräumt und die Flüchtlinge erhielten winterfeste Unterkünfte im Kreis Cuxhaven, kündigte der Minister an. Ein Weiterbetrieb der Notunterkunft sei wegen des Risikos schwerer Herbststürme nicht zu verantworten. Ab dem kommenden Frühjahre steht der Zeltplatz, der der Stadt Hannover gehört, wieder für die Ferienunterbringung von Kindern zur Verfügung.

Als Notunterkunft für mehrere Hundert Flüchtlinge kann sobald wie möglich nun auch das ehemalige Kurhotel in Bad Gandersheim genutzt werden, wie das Ministerium mitteilte. Das unter Mithilfe vieler Ehrenamtlicher bereits hergerichtete Gebäude konnte zwischenzeitlich nicht bezogen werden, auch weil eine Brandschutzversicherung fehlte.

Aktuell seien über 10.000 Flüchtlinge in 22 Notunterkünften in Niedersachsen untergebracht, die allein in den vergangenen vier Wochen aufgebaut wurden, teilte das Ministerium mit. Darüber hinaus befinden sich rund 16.000 Menschen in den Einrichtungen der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen. In den kommenden Tagen werden jeweils bis zu 1000 Personen in Niedersachsen ankommen. Eine Entspannung der Lage sei nicht zu erwarten.

In Lehrte traf am Dienstagmorgen ein Sonderzug aus Passau mit 450 Flüchtlingen ein. Sie wurden mit Bussen auf Erstaufnahmeeinrichtungen in Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verteilt. 186 Helfer standen bereit, um den Flüchtlingen zu helfen, sagte eine Sprecherin der Region Hannover. Am Samstag werden abermals zwei Sonderzüge mit Flüchtlingen in Lehrte erwartet. Um wie viele es sich handeln wird und wohin sie gebracht werden sollen, ist noch nicht bekannt.

dpa

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