Polizei ermittelt wegen Tierquälerei in Tostedt

20-jähriger Pferde-Ripper auf frischer Tat ertappt

Tostedt - Ein 20-Jähriger soll in den vergangenen Monaten immer wieder Stuten verletzt haben. Er wurde gefasst und hat ein Geständnis abgelegt.

Einen Pferde-Ripper hat die Polizei im Landkreis Harburg gefasst. Der 20-Jährige sei auf frischer Tat ertappt und festgenommen worden, sagte ein Sprecher am Freitag. In mindestens 13 Fällen waren seit Oktober vergangenen Jahres im Raum Tostedt Stuten im Genitalbereich angegriffen und zum Teil auch verletzt worden. Der junge Mann habe ein umfassendes Geständnis abgelegt und fast alle bekanntgewordenen Vorfälle eingeräumt.

Nach ersten Zeugenaufrufen sei bereits im Dezember eine siebenköpfige Ermittlungsgruppe eingesetzt worden. „Pferdebesitzer und Reiter hatten ihre Weiden mit Kameras ausgestattet und sich zu nächtlichen Kontrollgängen verabredet, um gemeinsam mit der Polizei weitere Taten zu verhindern“, sagte Polizeisprecher Jan Krüger. Bei den Ermittlungen sei dann ein Heranwachsender aus der Region unter Verdacht geraten.

Der Beschuldigte bezeichne sich als „Zoophilist“, hieß es weiter. Zoophilisten fühlen sich sexuell von Tieren angezogen. Er habe den Landkreis mittlerweile verlassen und befinde sich in therapeutischer Behandlung. Gründe für eine Untersuchungshaft lägen nicht vor. Die Polizei ermittele wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz, also Tierquälerei. Der 20-Jährige wurde bereits Dienstagabend gefasst.

In sozialen Netzwerken seien neben hilfreichen Hinweisen auch allzu schnell Meldungen mit Namen, Kennzeichen oder sogar Adressen vermeintlicher Täter gepostet worden, kritisierte der Sprecher. „Die Beamten waren hier immer wieder gefordert, Unschuldige vor falschen Verdächtigungen zu schützen und Verdachtsmomente auf ihre Objektivität zu überprüfen.“ So sei auch ein Phantombild aus einer mehrere Jahre zurückliegenden Fahndung in Hessen veröffentlicht worden. „Hierdurch wurden die Ermittlungen teilweise erschwert“, sagte der Polizeisprecher.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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