Gewerkschaft kritisiert Umgang mit Personalmangel 

Auf Schulen könnten weitere Lehrer-Abordnungen zukommen

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Lehrer könnten bald häufiger gezwungen sein, zeitweise den Klassenraum zu wechseln.

Hannover - Die Zahl der Abordnungen von niedersächsischen Lehrern könnte nach Einschätzungen der GEW noch weiter zunehmen.

Auch in Bremen spitzt sich der Personalmangel an den Schulen laut Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) zu. Wenn in den kommenden Wochen nicht alle Stellen besetzt würden, müssten Lehrkräfte in dem Bundesland erstmals damit rechnen, zeitweise in anderen Stadtteilen eingesetzt zu werden, sagte Bogedan dem „Weser-Kurier“. 

In Niedersachsen hatte es zum Start des laufenden Schuljahres nach den Sommerferien massive Kritik von Eltern und Schulleiterverbänden an den Abordnungen gegeben, weil diese zum Teil chaotisch abgelaufen seien. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte nach seinem Amtsantritt gesagt, er wolle die „Abordnungskarawanen“ stoppen. 

„Anders als vom Kultusminister angekündigt, scheint sich dieses Problem aktuell zu verschärfen", sagte Laura Pooth, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW),  am Freitag. Vor allem an Grund-, Haupt- und Realschulen gebe es Schwierigkeiten mit der Besetzung zahlreicher Stellen. Pooth forderte den Kultusminister nun auf, die Fakten für das kommende Schuljahr auf den Tisch zu legen. 

Tonne will das Ende der Sommerpause abwarten

Tonne sagte dazu: „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht machbar, verlässliche Zahlen zu präsentieren, weil wir mitten im Einstellungsverfahren sind.“ Jede zusätzliche Einstellung habe Einfluss auf mögliche Abordnungen. Erst gegen Ende der Sommerpause könne man genauer sagen, über welchen Umfang man rede. 

Anders als viele andere Bundesländer hatte Bremen bislang auf Abordnungen von Lehrern verzichtet. Momentan allerdings verteile sich der Personalmangel sehr ungleichmäßig über die Stadt hinweg, sagte Bildungssenatorin Bogedan. 

„Wenn es uns in den kommenden Wochen nicht gelingt, die offenen Stellen zu besetzen, werden wir Gespräche führen müssen und Lehrkräfte bitten, auch an anderen Schulen zu arbeiten.“ Bremen hatte vor Kurzem Lehrern angeboten, ihren Ruhestand freiwillig um bis zu fünf Jahre zu verschieben. - dpa

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