Soziologe: Pendler haben erhöhtes Gesundheitsrisiko

Hannover - Beschäftigte, die im Tages- oder Wochentakt zur Arbeitsstelle pendeln, haben ein deutlich höheres Gesundheitsrisiko.

Eine Vielzahl von Studien belege einheitlich, dass langes Pendeln mit einem erhöhten Stresserleben verbunden sei, sagte der Soziologe Heiko Rüger vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ (Samstag).

Bei Fernpendlern, die eine Wegstrecke von mindestens einer Stunde oder 50 Kilometern zur Arbeitsstelle zurücklegen, sei das Risiko für einen schlechten gesundheitlichen Allgemeinzustand etwa doppelt so hoch wie bei Nichtpendlern. Der erhöhte Stress sei unter anderem auf Staus und Zugverspätungen zurückzuführen. „Hinzu kommt der chronische Zeitmangel, die Zeit zur Regeneration fehlt oft“, sagte Rüger.

Der Zeitung zufolge pendeln rund 6000 Menschen täglich mit Fernzügen zwischen Hannover und Hamburg. Für Partnerschaften scheine das Tagespendeln zunächst erstaunlich wenig negative Auswirkungen zu haben. Beim Wochenendpendeln würden oft viele Nachteile gesehen, die aber häufig ausgeglichen würden, weil die Zeit mit dem Partner am Wochenende viel intensiver wahrgenommen werde.
dpa

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