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Pech gehabt: In Niedersachsen kommt auf 22 E-Autos nur eine Ladesäule

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Von: Johannes Nuß

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In Niedersachsen gibt es laut einer Studie im Schnitt für 22 Elektroautos nur eine Ladesäule. Das liegt über dem Mittelwert im Bund, ist aber dennoch zu wenig.

Hannover/Bremen/Frankfurt – Die Zahl öffentlicher Ladesäulen hat für viele Menschen eine große Bedeutung bei der Entscheidung über den Kauf eines E-Autos. Doch es mangelt immer noch an der Infrastruktur für die Ladesäulen der Elektroautos, beanstandet die staatliche KfW-Bank in einer Studie, die am Donnerstag vorgestellt wurde.

KfW-Studie: In Niedersachsen gibt’s für 22 E-Autos nur eine Ladesäule

In Niedersachsen kommt demnach derzeit eine Ladesäule auf 22 E-Autos. Das ist zwar mehr als der Bundesschnitt (23), aber immer noch deutlich zu wenig. In Bremen sieht es sogar noch schlechter raus. Besonders besteht das Problem in Ballungsräumen. Inzwischen bieten sogar Discounter an, das Elektroauto während des Einkaufs kostenlos zu laden.

Ein Elektroauto lädt an einer Ladestation einer Geschäftsstelle des ADAC in der Region Hannover, im Hintergrund eine Frau mit Handy am Ohr.
Laut einer Studie gibt es in Niedersachsen im Schnitt nur eine Ladesäule für 22 Elektroautos. Das liegt zwar über dem Bundesschnitt, ist aber dennoch viel zu wenig. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Somit sollen öffentliche Ladepunkte für Elektroautos laut der Studie künftig vorrangig in Ballungsräumen weiter ausgebaut werden und entstehen. Bislang sei der Ausbau von Ladesäulen im Bundesgebiet „tendenziell gleichmäßig“ erfolgt, was in dünn besiedelten Gebieten zu nicht kostendeckenden Angeboten führe, heißt es in der Untersuchung.

Zu wenige Ladesäulen für E-Autos: Statt 8 Elektroautos müssen sich 23 Fahrzeuge eine Ladesäule teilen

In Ballungsgebieten seien hingegen bei einem weiteren Anstieg der Elektrofahrzeuge höhere Nutzungsraten zu erwarten. Aus diesem Grund gibt es inzwischen Apps, mit denen sich Fahrer von Elektroautos eine Ladesäule suchen können. Auf dem Land hätten mehr Autobesitzer die Möglichkeit, ihr E-Auto auf einem privaten Stellplatz zu laden.

Die KfW verwies darauf, dass in den vergangenen zwei Jahren die Zahl der Elektroautos dreimal stärker gewachsen sei als die Lademöglichkeiten. Statt 8 Elektroautos müssten sich nun im Bundesschnitt 23 Fahrzeuge eine öffentliche Ladesäule teilen. Das liegt auch deutlich unter der ursprünglichen EU-Zielgröße von einem Ladepunkt pro zehn Elektroautos. Viele der Fahrer wünschen sich weitere Ladesäulen.

„Setzt sich dieser Trend fort, könnte dies für die Praxistauglichkeit der Elektromobilität zum Problem werden“, erklärte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Nur wenn der wachsende Ladebedarf erfüllt werde, könnten stärkere Anreize zum Umstieg auf die Elektrotechnologie gegeben werden, um so die Klimaziele für den Verkehrssektor zu erreichen.

Zu wenige Ladesäulen für E-Autos: Elektroautos mit 2,4 Prozent Anteil in Niedersachsen im Bundesschnitt

In Niedersachsen liegt die Verfügbarkeit von öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos leicht über dem Bundesdurchschnitt. Demnach kommen in dem Bundesland auf eine Ladesäule 21,9 E-Autos gegenüber 23 im bundesweiten Vergleich. Im Land Bremen teilen sich rechnerisch 22,9 Autos eine Ladesäule. Inzwischen hat ein Unternehmen in den USA eine Powerbank für Elektroautos entwickelt.

Beim Anteil der Elektroautos an allen Autos liegt Niedersachsen mit 2,4 Prozent im Bundesdurchschnitt. Die Zahlen stammen aus dem KfW-Energiewendebarometer 2021. Die jährliche Umfrage hat repräsentativ rund 4000 private Haushalte in Deutschland befragt. Demnach gaben 62,7 Prozent der Befragten in Niedersachsen an, dass der Mangel an öffentlichen Lademöglichkeiten ein Hindernis für den Kauf eines E-Autos sei. 29,4 Prozent der befragten Haushalte verfügen demnach über einen eigenen Parkplatz mit Lademöglichkeit.

Zu wenige Ladesäulen für E-Autos: Bestand der Elektroautos wächst schneller als die Infrastruktur zum Laden

In Bremen werden 2,3 Prozent aller Autos elektrisch betrieben. Hier haben 35,7 Prozent der Befragten einen Stellplatz mit Stromanschluss, 53,6 Prozent vermissen öffentliche Ladestellen. Inzwischen fordert auch der Verband der Automobilindustrie in Deutschland (VDA) 2000 neue Ladesäulen bundesweit.

Bundesweit ist der Bestand an Elektroautos laut KfW in den vergangenen zwei Jahren dreimal stärker gewachsen als die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte. „Die Ladeinfrastruktur muss nun mit der dynamischen Entwicklung bei den Elektroautos Schritt halten, um den Umstieg auf die Elektromobilität attraktiv zu machen“, forderte KfW-Chefvolkswirtin Köhler-Geib. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und 24auto.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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