Oscar-Hoffnung Patrick Vollrath: Mit „Titanic“ fing es an

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Der deutsche Regisseur Patrick Vollrath ist in der Sparte Live-Action-Kurzfilm mit dem Film "Alles wird gut" für einen Oscar nominiert.

Los Angeles - Von Barbara Munker. Beide hoffen auf einen Oscar: Patrick Vollrath aus dem Harz, Leonardo DiCaprio aus Hollywood. Der deutsche Regisseur ist mit seinem Kurzfilm „Alles wird gut“ im Rennen. Mit 12 Jahren sah er „Titanic“ und hatte ein Ziel.

Patrick Vollrath erinnert sich ganz genau an den „Schlüsselmoment“ seiner Filmkarriere: „Seit 'Titanic' gab es kein Zurück mehr“, erzählt der 31 Jahre alte Regisseur und Drehbuchautor beim Hamburger-Lunch auf dem Hollywood Boulevard, um die Ecke beim Dolby Theatre, wo er am Sonntag einen Oscar gewinnen könnte. Der Filmemacher aus Bad Grund am Harz war 12 Jahre alt, als er am 8. Januar 1998 den Katastrophenfilm von James Cameron in einem Provinzkino im Harz sah. Danach wollte er ins Filmgeschäft. „Es ist lustig, denn mit 'Titanic' und Leonardo DiCaprio fing es quasi an und nun sind wir im gleichen Jahr hier, in dem DiCaprio seinen langersehnten Oscar bekommt, damit schließt sich ein kleiner Kreis“, grinst der Niedersachse.

Schwarze Jeans, bunt gestreifte Turnschuhe, Sturmfrisur - wenige Tage vor der großen Gala geht alles noch locker zu. Dabei jagt Vollrath von einem Termin zum nächsten: Empfänge, Interviews, Filmevents.„Das letzte Jahr hat uns dafür geschult. Wir waren in Cannes, es gab mehrere Preise, dann den Studentenoscar, aber das ist jetzt natürlich der absolute Höhepunkt.“ Sein 30-minütiger Film „Alles wird gut“ ist sein Abschlussfilm an der Wiener Filmakademie, wo er unter Oscar-Preisträger Michael Haneke („Liebe“) studierte. Der Film macht betroffen: Ein geschiedener Vater holt seine achtjährige Tochter Lea für ein Wochenende bei der Mutter ab. Nach und nach bekommt Lea das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Der Vater will sie ins Ausland entführen.

Die Oscar-Nominierung (in der Sparte Live-Action-Kurzfilm) habe ihn überrascht, räumt Vollrath ein: „Es ist ein europäischer Film, langsam erzählt, mit Handkamera gedreht.“ Nicht der typische Hollywood-Stil. „Ich zeige, was passieren könnte, ohne es aufzubauschen. Ich filme gerne dokumentarisch und will das auch weiterhin so machen, egal ob die Story nun Batman oder ein Scheidungsdrama ist.“ Was Oscar-Gold betrifft, so will er „realistisch“ bleiben. „Wir sind eher Außenseiter“, wehrt Vollrath ab. Mit „Alles wird gut“ sind vier weitere Filme nominiert, darunter zwei Kriegsgeschichten. Er sähe sich auf keinen Fall als Verlierer, denn „für uns ist schon die Nominierung ein enormer Gewinn“. Und der Countdown zu den Oscars macht einfach auch Spaß. „Wir ziehen mit der Filmcrew in ein Haus in den Hollywood Hills, das ist schon ziemlich cool, in diese Welt hineinzuschnuppern, die man nur aus dem Fernsehen kennt“, freut sich der in Wien lebende Niedersachse.

Wer für einen Oscar nominiert ist, findet leicht Sponsoren. Auch den Smoking gab es gratis. Es ist ein Maßanzug eines Hamburger Modelabels. „Die haben einen wahnsinnig schönen Anzug gemacht und haben innen extra den Filmtitel eingestickt. Mein erster Smoking wird eine ewige Erinnerung sein.“ Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Trophäe. Mit oder ohne Goldjunge, Vollrath freut sich auf die Oscar-Nacht. „Wir lassen uns treiben. Wir schauen mal, auf welche Partys man kommt, wo man eingeladen wird, und wir genießen den Moment“, meint der Regisseur. Und dann geht es erstmal nach Wien zurück. „Ich fühle mich sehr wohl in Europa. In Wien und Deutschland hat man als Filmemacher doch mehr Freiheiten, glaube ich. Ich will jetzt nicht ganz verzweifelt hierher nach Hollywood“, versichert der Oscar-Anwärter.

Nicht nur Vollrath könnte einen Oscar nach Deutschland holen. Als deutscher Koproduzent von „Bridge of Spies - Der Unterhändler“ macht sich das Studio Babelsberg Hoffnungen auf einen Sieg des sechsfach nominierten Spielberg-Dramas. Der Berliner Filmdekorateur Bernhard Henrich ist für seine Arbeit an dem Spionagethriller in der Sparte „Production Design“ erstmals für einen Oscar nominiert. Henrich wirkte in seiner langen Karriere an Filmen wie „Monuments Men“. „Operation Walküre - Das Stauffenberg-Attentat“ und „Die Bourne Verschwörung“ mit.
dpa

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